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Hochschulen

Leipzig: Modelle aus dem 3D-Drucker helfen bei schwierigen Tumoroperationen

Dienstag, 8. September 2020

/Patrick Daxenbichler, stock.adobe.com

Leipzig – Bauchchirurgen am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) setzen Modelle aus dem 3D-Drucker ein, um komplexe Operationen zu planen. Das hat die Uniklinik Leipzig mit­geteilt. „Das kleine Becken hat aus Sicht des Operateurs den Nachteil, dass hier Organe wie Rektum, Harnblase, Uterus sehr dicht beieinanderliegen und große Blutgefäße ver­laufen“, sagte, Boris Jansen-Winkeln, stellvertretender Leiter des Bereichs Viszeralchirur­gie am UKL.

Von Vorteil sei aber, dass diese Strukturen in einem knöchernen Gerüst fixiert seien. Da­her verändere sich die Anatomie auch dann nicht wesentlich, wenn der Patient bewegt werde – anders als im Bauchraum mit Leber, Magen und Darm.

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Das Team um Jansen-Winkeln suchte nach einer Möglichkeit, die Lage der weichen Or­gane im kleinen Becken zur OP-Planung patientenspezifisch abzubilden. Gemeinsam mit Dirk Winker, medizinischer Leiter der Arbeitsgruppe „Next3D“ am UKL, entwickelten sie eine Lösung: Vor der Operation nimmt ein Computertomograph jetzt die Körperregion in sehr dünnen Schichten auf.

Daraus kann die Arbeitsgruppe Next3D nicht nur einen dreidimensionalen, sondern auch mehrfarbigen Druck in Originalgröße anfertigen. „Für einen präzisen Eingriff ist es wich­tig, dass der Operateur mit individuellen Räumen und Lagebeziehungen vertraut ist. Da hilft das 3D-Modell, das man in der Hand drehen und wenden kann, ungemein, um die Operation erfolgreich und sicher zu Ende zu führen“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.

Drei Operation hat Jansen-Winkeln bisher mit jeweils einem individuellen 3D-Modell als Hilfsmittel erfolgreich ausgeführt. Dabei handelte es sich um Eingriffe wegen Rektum­karzinomrezidiven, also dem erneuten Auftreten der Krankheit, sowie Sarkomen.

„Nur bei solch schwierigen Tumoroperationen, die bei uns einmal im Monat vorgenomm­en werden, wird ein solches Modell angefertigt“, erläuterte der Leipziger Chirurg. © hil/aerzteblatt.de

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