MedizinOnkologieAktuelles Onkologie
Aktuelles
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Wirtschaftliche Folgen einer Krebserkrankung für Betroffene und Familien sind erheblich

Montag, 31. Mai 2021

/Rawpixel.com, stock.adobe.com

Heidelberg – Neben den gesundheitlichen Auswirkungen hat eine Krebserkrankung für die Betroffenen und ihre Familien oft auch weitreichende sozioökonomische Folgen. Das berichten Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). Auf der Basis von Daten des sogenannten sozio-ökonomischen Panels zeigten sie, dass Krebspatienten mit durchschnittlich 26 bis 28 Prozent Einkommensverlusten schon innerhalb des ersten Jahres nach Diagnose zurechtkommen müssen.
Die Arbeit ist im Fachmagazin Cancer Medicine erschienen (2021; DOI: 10.1002/cam4.3913).

Die Gesundheitsökonomen des DKFZ nutzen Daten aus den Jahren 2009 bis 2015. Sie konnten dabei nach eigenen Angaben den Effekt einer Krebserkrankung isoliert von anderen Einflussgrößen wie Alter, Geschlecht, Begleiterkrankungen, Bildungsniveau, Beruf und Rolle im Haushalt bestimmen.

Anzeige

Sie errechneten, dass Betroffene im Jahr ihrer Krebsdiagnose im Durchschnitt mit einem Rückgang ihrer Gehälter oder ihres Einkommens aus selbstständiger Arbeit zwischen 26 und 28 Prozent rechnen müssen. Im Jahr der Krebsdiagnose reduzierte sich die Arbeitszeit um durchschnittlich 24 Prozent.

Wenn dagegen die Krebserkrankung erst nach Erreichen des Rentenalters diagnostiziert wurde, hatten die Betroffenen keine Einbußen in der Höhe ihrer Altersbezüge. „Insbesondere für berufstätige Men­schen bedeutet eine Krebserkrankung vielfach eine erhebliche finanzielle Herausforderung aufgrund von Einkommensverlusten”, sagte der Studienautor Diego Hernandez.

„Hinzu kommen für die Patienten oftmals erhebliche Zuzahlungen beispielsweise für notwendige Medikamente, begleitende Psychotherapien, Krankentransporte und Medizinprodukte, die aus eigener Tasche zu bezahlen sind“, ergänzte der Studienleiter Michael Schlander vom DKFZ.

Auch wenn in Deutschland mit seiner breiten und umfassenden Kran­ken­ver­siche­rung Betroffene seltener als in vielen anderen Teilen der Welt in existenzbedrohende wirtschaftliche Situationen abrutschten, dürfen die mit einer Krebserkrankung verknüpften finanziellen Risiken für die Betroffenen und ihre Familien nicht unterschätzt werden, betonte er. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS

Stellenangebote

    NEWSLETTER