MedizinOnkologieAktuelles Onkologie
Aktuelles
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Vermischtes

Berufskrank­heitenliste: Lungenkrebs durch Passivrauch und Hüftgelenksarthrose aufgenommen

Dienstag, 13. Juli 2021

/picture alliance, VisualEyze

Berlin – Der Bundesrat hat einer Änderung der Berufskrankheitenverordnung zugestimmt und zwei neue Krankheiten in die Berufskrankheitenliste aufgenommen: Hüftgelenksarthrose durch Heben und Tragen schwerer Lasten sowie Lungenkrebs durch Passivrauchen.

Die neue Liste tritt ab August dieses Jahres in Kraft. Darauf weist die Deutsche Gesetzliche Unfallversi­che­rung (DGUV) – Spitzenverband der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hin.

Anzeige

Danach kann die Hüftgelenksarthrose als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn die erkrankte Person während ihres Arbeitslebens mindestens zehnmal pro Tag Lasten mit einem Gewicht von mindestens 20 Kilogramm gehandhabt hat und das Gesamtgewicht der im Arbeitsleben bewegten Last mindestens 9.500 Tonnen beträgt.

Lungenkrebs durch Passivrauch kann als Berufskrankheit anerkannt werden, wenn die erkrankte Person am Arbeitsplatz viele Jahre intensiv Passivrauch ausgesetzt war und selbst nie oder maximal bis zu 400 Zigarettenäquivalente aktiv geraucht hat. Dabei werden etwa Zigarren, Zigarillos und andere Tabak­pro­dukte entsprechend ihrer Zusammensetzung umgerechnet und Zigaretten gleichgestellt.

„Liegt eine Berufskrankheit vor, besteht das vorrangige Ziel darin, mit allen geeigneten Mitteln die Fol­gen der Berufskrankheit zu mildern und eine Verschlimmerung zu vermeiden“, hieß es aus der DGUV.

Um dieses Ziel zu erreichen, erbringe die gesetzliche Unfallversicherung Leistungen, die von der medizi­nischen Versorgung bis hin zu beruflichen Maßnahmen reichen könnten. Verbleiben trotz qualifizierter Rehabilitation schwerwiegende körperliche Beeinträchtigungen, erhielten Versicherte eine Rente. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #654929
*1044#002051042682000#2712*
am Freitag, 13. August 2021, 00:47

Lungenkrebs, Hüftgelenksarthrose und die "DGUV"

Der Bericht über die aktuelle Berufskrankheiten-Änderungsverordnung (BMAS) mit zwei neuen Krankheitsbildern basiert auf Hinweisen der sogenannten "Deutschen Gesetzlichen Unfallversi­che­rung (DGUV)". Dabei handelt es sich allerdings um den privatwirtschaftlichen(!) Spitzenverband der Unternehmerhaftpflicht(!)- , Berufskrankheiten-, Arbeitsunfall- und Arbeitswegeunfall-Versicherungsträger ("Unfallkassen", "Berufsgenossenschaften"). Dieser wiederum bemüht sich gerne seine fragliche Gemeinnützigkeit dadurch zu tabuisieren, dass er seinen Vereinsstatus (e. V.) nicht mit veröffentlicht.
Über die anstehenden neuen Probleme bzgl. BK-Prävention , die ärztliche BK-Anzeigepflicht und die terminologische Klärung der Lungenkrebs-Bronchialkarzinomfrage wird sicherlich bald im Deutschen Ärzteblatt weiter berichtet werden.
MedDir a. D. Dr. Müsch

LNS

Stellenangebote

    NEWSLETTER