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Ärzteschaft

S3-Leitlinie zu Weichgewebesarkomen im Leitlinienprogramm Onkologie erschienen

Mittwoch, 8. September 2021

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Berlin – Im Leitlinienprogramm Onkologie ist eine neue S3-Leitlinie „Adulte Weichgewebesarkome“ er­schienen. 41 Fachgesellschaften und Organisationen haben an der Erstellung mitgearbeitet, unter ande­rem die Selbsthilfeorganisation Deutsche Sarkom-Stiftung. Die Federführung lag bei der Arbeitsgemein­schaft Internistische Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft und der German Interdisciplinary Sarcoma Group (GISG).

Weichgewebesarkome sind eine heterogene Gruppe von Tumoren mit unterschiedlichem pathologischem und klinischem Erscheinungsbild. Bei Erwachsenen machen sie weniger als ein Prozent aller Krebser­kran­kungen weltweit aus, bei Kindern sieben Prozent.

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Als Behandlung kommt am häufigsten die operative Entfernung des Tumors in Betracht, manchmal auch in Kombination mit Strahlen- und Chemotherapie. Zudem können neben der medikamentösen Therapie auch weitere Verfahren zum Einsatz kommen, die bisher fast ausschließlich für die Behandlung der Weichteilsarkome genutzt werden.

Bisher gab es im europäischen Raum laut der Leitliniengruppe lediglich Expertenempfehlungen für die Behandlung von Sarkompatienten. Mit der neuen Leitlinie ändert sich das.

Ziel sei es, mit „evidenzbasierten Empfehlungen die Diagnostik und Therapie zu standardisieren, das Ge­samtüberleben der Betroffenen zu verlängern und die Lebensqualität zu steigern“, sagte Peter Hohenber­ger, Universitätsmedizin Mannheim. Er ist zusammen mit Bernd Kasper, ebenfalls Universitätsmedizin Mannheim, und Viktor Grünwald, Universitätsklinikum Essen, Koordinator der neuen S3-Leitlinie.

Bei der Therapie von Weichteilsarkomen ist laut den Autoren eine adäquate Diagnostik von besonderer Bedeutung. „Die Prognose der Patienten hängt vor allem von der histologischen Diagnosesicherung ab“, sagte Kasper. Die Leitlinie widerspreche der immer noch weitverbreiteten Fehleinschätzung, dass bei Sarkomen keine Biopsie durchgeführt werden dürfe.

„Ist der Tumor weiter fortgeschritten, soll Betroffenen vor einer Operation eine multimodale Therapie, zum Beispiel eine präoperative Strahlentherapie, eine systemische Chemotherapie, gegebenenfalls in Kombination mit Tiefenhyperthermie, angeboten werden“, erläuterte Grünwald.

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe tragen das Leitlinienprogramm Onkologie gemeinsam. Es umfasst mittlerweile 31 S3-Leitlinien, die zu einem großen Teil auch als laienverständliche Patienten­leitlinien vorliegen. © hil/aerzteblatt.de

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