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Ärzteschaft

Neue Leitlinie zur Bewegungstherapie in der pädiatrischen Onkologie

Freitag, 22. Oktober 2021

/Photographee.eu, stock.adobe.com

Berlin – Die Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) und die Arbeitsgemein­schaft Netzwerk ActiveOncoKids haben zusammen mit anderen Fachgesellschaften und Organisationen eine S2k-Leitlinie „Bewegungsförderung und Bewegungstherapie in der pädiatrischen Onkologie“ vor­gelegt. Die Deutsche Krebshilfe hat die Arbeit finanziell unterstützt.

„Bewegungstherapeutischen und bewegungsfördernden Angeboten werden in der Kinderonkologie in Deutschland eine zunehmende Bedeutung beigemessen“, schreiben die Autoren in der Präambel der Leitlinie.

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Die Empfehlungen dieser Leitlinie bildeten nicht den aktuell etablierten Versorgungsstandard aller Kliniken ab, sondern eine auf Basis von wissenschaft­lichen Ergebnissen und Sachverständigenmeinun­gen beschriebene optimale Bewegungsförderung, die in den kommenden Jahren schrittweise und res­sourcenorientiert implementiert werden könne.

Kernstück sind elf Empfehlungen zur Bewegungsförderung und -therapie bei Krebserkrankungen im Kin­desalter. „Alle Kinder und Jugendlichen mit und nach einer Krebserkrankung sollen grundsätzlich die Mög­lichkeit haben, die Inhalte der ‚Nationalen Empfehlungen für Bewegung‘ umzusetzen“, lautet eine Empfehlung. „Dies impliziert, dass die Strukturen in Akutkliniken grundsätzlich bewegungs­freundlich und barrierefrei zu gestalten sind“, so die Autoren.

Während der Akuttherapie sollte als Teil der allgemeinen Bewegungsförderung eine gezielte Bewe­gungs­­therapie in den Klinikalltag integriert sein, heißt es in der Leitlinie weiter. Eine reduzierte körper­liche Funktionsfähigkeit und eine Fatigue-Symptomatik seien in jeder Phase einer Krebserkrankung eine Indikation für Bewegungstherapie.

Zur Verbesserung der Lebensqualität sollte die Bewegungstherapie in Anlehnung an die Präferenzen und Wünsche der Kinder und Jugendlichen erfolgen. „Wichtige Elemente sind dabei die Adressierung des physischen Selbstkonzeptes, die Vermeidung unerwünschter Belastungen und die Unterstützung der Teilhabe am Leben mit Gleichaltrigen“, empfehlen die Autoren weiter (Empfehlung zehn).

Die Leitlinie richtet sich laut den Herausgebern insbesondere an alle Behandler im interdisziplinären Team, an Entscheidungsträger in Kliniken und Krankenkassen sowie Betroffene selbst. © hil/aerzteblatt.de

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