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Brust- und Eierstockkrebs: Verbund erforscht Auswirkungen von Risikogenen

Freitag, 22. Oktober 2021

/picture alliance, Sigrid Gombert

Bonn – Die Krebsrisikogene BRCA1 und BRCA2 sind zwei gut untersuchte Kandidaten für erblich beding­ten Brust- und Eierstockkrebs. Allerdings gibt es eine Vielzahl weiterer und bislang kaum erforschter Ri­sikogene, die ebenfalls eine Krebserkrankung auslösen können.

Ein bundesweiter Forschungsverbund will nun die Wissenslücke zwischen Genanalyse und den daraus resultierenden klinischen Maßnahmen schließen. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Vorhaben mit rund 1,3 Millionen Euro.

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Rund fünf bis zehn Prozent aller Krebsfälle sind vererbt. Ursache dafür sind schädliche Erbgutverände­run­gen, die innerhalb der Familie weitergegeben werden können. In solchen Risikofamilien kommt es oft zu einer Häufung bestimmter Krebserkrankungen – dies gilt insbesondere für Brust- oder Eierstockkrebs.

Die Risikogene BRCA1 und BRCA2 gehören zu den ersten identifizierten Genen, die mit diesen Krebser­krankungen in Zusammenhang gebracht wurden. Mittlerweile ist eine Vielzahl weiterer Gene hinzuge­kommen. Jedes Risikogen kann zudem in zahlreichen Varianten auftreten, die sich von Mensch zu Mensch unterscheiden.

Während der Anteil von Varianten in den gut untersuchten Genen BRCA1 und BRCA2 weniger als fünf Prozent beträgt, ist diese Zahl bei bekannten neuen Risikogenen noch deutlich höher – sie liegt derzeit bei rund 20 Prozent. Konkret bedeutet dies: Jede 5. Frau, die sich auf familiären Brust- oder Eierstock­krebs testen lässt, erhält einen Befund, dessen klinische Auswirkungen unklar sind.

Um die Wissenslücke zwischen Genanalyse, der Einordnung von Risikogenvarianten und klinischer Inter­pretation zu schließen, will der Forschungsverbund mithilfe modernster IT-Methoden eine umfassende Varianten-Datenbank aufbauen.

Informationen zu alten und neuen Genvarianten sollen dort integriert, analysiert und nach klinischen Auswirkungen klassifiziert werden. So können Mediziner zukünftig genauere Vorhersagen über das Auf­treten eines Tumors und den möglichen Krankheitsverlauf beim familiärem Brust- und Eierstockkrebs treffen. © hil/sb/aerzteblatt.de

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