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Brustkrebs: Metastasen breiten sich in wenigen Wellen aus

Donnerstag, 30. Mai 2019

/angellodeco, stockadobecom

Barcelona Ein internationales Forscherteam hat sämtliche Metastasen von 10 Brustkrebspatientinnen nach deren Tod genetisch untersucht. Ihre Ergebnisse in Cell Reports (2019; doi: 10.1016/j.celrep/2019.04.098) werfen ein neues Licht auf die Ausbreitung von Krebserkrankungen.

Die 10 Patientinnen hatten den Forschern erlaubt, gleich nach dem Tod „warme“ Gewebeproben zu entnehmen. Die insgesamt 241 Metastasen wurden einer ausführ­lichen genetischen Analyse unterzogen. Sie umfasste einmal das Genom, also die Gesamtheit der Gene (DNA). Durch den Vergleich zwischen den einzelnen Metastasen können die Forscher „Stammbäume“ erstellen und in etwa abschätzen, wann die Metastasen sich gebildet haben.

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Wie Leticia de Mattos-Arruda vom Krebsforschungszentrum Vall d’Hebron in Barcelona und Mitarbeiter berichten, haben sich die Metastasen, von denen bis zu 37 Stück gefunden wurden, nicht gleichmäßig über die Zeit gebildet. Es kam vielmehr zu 2 oder 3 Wellen, in denen die Tumorzellen vom Primärtumor aus gestreut wurden.

Als nächstes wurde das Transkriptom analysiert. Das ist die Gesamtheit der Boten-RNA. Es zeigt an, welche Gene gerade aktiv sind. Dies erlaubt Rückschlüsse auf die Neo-Antigene. Das sind veränderte Proteine, die, wenn sie auf der Oberfläche der Krebszellen erscheinen, Angriffspunkte für die körpereigene Immunabwehr bilden.

Die Untersuchungen ergaben, dass es im Verlauf der Krebserkrankung zur Selektion von Krebszellen kommt, die keine Neo-Antigene bilden. Diese Selektion ist vermutlich die Folge der Anwesenheit von tumorinfiltrierenden Lymphozyten (TIL), die Neo-Antigene mit ihren T-Zell-Rezeptoren erkennen. Die Forscher haben deshalb auch die T-Zell-Rezeptoren der TIL untersucht. Es zeigte sich, dass sich diese Zellen im Verlauf der Krebserkrankung auf die Tumorzellen spezialisiert haben. Infolge der Abwesenheit der Neo-Antigene waren sie am Ende jedoch machtlos.

Eine weitere Strategie der Tumorzelle besteht in der Bildung von PD-L1 („Programmed Death Ligand 1“), der über die Bindung am PD-Rezeptor auf den T-Zellen die Immun­antwort ausbremst. Diese Strategie kann heute durch die Behandlung mit Checkpoint-Inhibitoren zwar gestoppt werden. Die Forscher fanden jedoch heraus, dass die einzelnen Metastasen PD-L1 in sehr unterschiedlichem Maße bilden, was den Einsatz von Checkpoint-Inhibitoren beim Mammakarzinom wenig erfolgversprechend macht. 

Aus der Untersuchung von 10 Patientinnen lassen sich nur begrenzt neue Ansätze für die Behandlung des Mammakarzinoms oder anderer Krebserkrankungen gewinnen. Krebsforscher erhoffen sich jedoch wichtige neue Anregungen. Die britische Stiftung Cancer Research UK will in der PEACE-Studie in den nächsten Jahren genetische Untersuchungen an mehr als 500 Patienten mit unterschiedlichen Krebserkrankungen durchführen. © rme/aerzteblatt.de

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