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Endometriumkarzinom: Radiotherapie verbessert Ergebnisse der Chemotherapie im fortgeschrittenen Stadium nicht

Dienstag, 18. Juni 2019

weibliches Fortpflanzungssystem  /abhijith3747 stock.adobe.com
Gebärmutterkörperkrebs geht von der Schleimhaut, dem Endometrium, in der Gebärmutter aus. /abhijith3747 stock.adobe.com

Chicago – Eine zusätzliche Bestrahlung hat in einer randomisierten Studie zwar gegenüber einer alleinigen Chemotherapie die Zahl der lokalen Rezidive beim fortgeschrittenen Endometriumkarzinom gesenkt. Die Zahl der Fernmetastasen war jedoch überraschenderweise höher, so dass am Ende kein Vorteil im progressionsfreien Überleben erkennbar war. Die Ergebnisse der Studie im New England Journal of Medicine (2019; 380: 2317-2326) stellen den Wert einer zusätzlichen Radiotherapie im fortgeschrittenen Stadium infrage.

Die lokale Radiotherapie ist seit längerem Bestandteil in der Behandlung des Endometriumkarzinoms. Die Beckenbestrahlung oder auch eine vaginale Brachytherapie senken die Häufigkeit von Lokalrezidiven. Im fortgeschrittenen Stadium wird die Prognose jedoch eher durch die Fernmetastasen bestimmt. Eine frühere Studie der US-amerikanischen Gynecology Oncology Group (GOG) hatte 2006 gezeigt, dass eine alleinige Chemotherapie mit Doxorubicin plus Cisplatin im Stadium III/IV nach 5 Jahren zu einer höheren Gesamtüberlebensrate führt als eine alleinige Radiotherapie (50 versus 38 %) – allerdings auf Kosten einer relativ hohen Rate von Lokalrezidiven, die bei fast 20 % aller Patientinnen auftraten.

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Dies führte zu der Überlegung, die Chemotherapie mit der Radiotherapie zu kombinieren. Diese Strategie wurde in den letzten Jahren in einer weiteren randomisierten Studie der GOG überprüft. An der Studie nahmen 736 Frauen mit Endometriumkarzinom im Stadium III/IVa teil. Die Hälfte erhielt eine Radio­chemotherapie. Sie begann mit einer Kombination aus Cisplatin mit einer volumen-modulierten Strahlentherapie, an die sich 4 Zyklen einer Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel anschloss. Die Vergleichsgruppe erhielt 6 Zyklen der Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel.

Zusätzliche Radiotherapie kann rezidivfreies Überleben nicht verlängern

Die Radiochemotherapie hatte die erwartete Reduktion der Lokalrezidive zur Folge. Wie Daniela Matei von der Northwestern University in Chicago und Mitarbeiter berichten, erlitten in den ersten 5 Jahren nur 2 % der Patientinnen ein vaginales Rezidiv gegenüber 7 % der Patientinnen, die eine alleinige Chemotherapie erhalten hatten. Die Hazard Ratio von 0,36 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,16 bis 0,82 hochsignifikant. Auch die Zahl der Lymphknotenrezidive im Beckenbereich oder para-aortal war mit 11 % gegenüber 20 % deutlich vermindert (Hazard Ratio 0,43; 0,28 bis 0,66).

Überraschenderweise kam es unter der Radiochemotherapie jedoch häufiger zu Fernmetastasen als nach der alleinigen Chemotherapie (27 versus 21 %; Hazard Ratio 1,36; 1,00 bis 1,86). Dies hatte zur Folge, dass insgesamt das rezidivfreie Überleben durch die zusätzliche Radiotherapie nicht verlängert werden konnte. Matei ermittelt ein rezidivfreies Überleben nach 5 Jahren von 59 % nach Radiochemotherapie gegenüber 58 % nach alleiniger Chemotherapie (Hazard Ratio 0,90; 0,74 bis 1,10).

Ein möglicher Grund für die höhere Zahl von Fernmetastasen könnte nach Ansicht von Matei der frühzeitige Abbruch der Chemotherapie sein. Von den Patientinnen, die eine Radiochemotherapie erhielten, habe ein Viertel die Chemotherapie nicht bis zu Ende durchgeführt, berichtet Matei. © rme/aerzteblatt.de

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