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Medizin

GIST: Avapritinib wirkt bei primärer Imatinib-Resistenz

Montag, 13. Januar 2020

Das Medikament Avapritinib hemmt die durch die Mutation aktivierte Tyrosinkinase, was die weitere Proliferation des Tumors unterbindet. /royaltystockphoto, stock.adobe.com

Silver Spring/Maryland – Der Tyrosinkinasehemmer Avapritinib erzielt bei Patienten mit gastrointestinalem Stromatumor (GIST), dessen Zellen sogenannte PDGFRA-Exon-18-Mutationen aufweisen, längerfristige Remissionen. Die Ergebnisse einer Phase-1-Studie, die im vergangenen Jahr in Clinical Cancer Research (2019; doi: 10.1158/1078-0432.CCR-18-1858) publiziert wurden, haben die US-Arzneimittelbehörde FDA jetzt zur Zulassung bewogen.

Mit etwa 1.000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland gehört GIST zu den seltenen Krebsarten. Im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium wird GIST heute mit dem Tyrosinkinasehemmer Imatinib behandelt, der das Wachstum des Tumors über Jahre auf­halten kann. Bei etwa 10 % der Tumore spricht die Behandlung nicht auf Imatinib an. Die Ursache dieser primären Resistenz sind meist PDGFRA-Exon-18-Mutationen, am häufigs­ten die Punktmutation D842V.

Diese Lücke könnte in Zukunft durch Avapritinib geschlossen werden. Das Medikament hemmt die durch die Mutation aktivierte Tyrosinkinase, was die weitere Proliferation des Tumors unterbindet.

In der internationalen Phase-1-Studie NAVIGATOR (deutsche Beteiligung: Universität Duisburg-Essen) wurden 43 Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem GIST mit Avapritinib behandelt. Bei allen Patienten wurden PDGFRA-Exon-18-Mutationen im Tumor nachgewiesen, darunter waren 38 Patienten mit der Punktmutation D842V. Die 1. Patienten erhielten eine Anfangsdosis von 400 mg. Sie wurde später aufgrund von Toxi­zitäten auf 300 mg gesenkt.

Bei 36 der 53 Patienten (84 %) kam es zu einer Remission, die bei 3 Patienten (7 %) kom­plett war. In der Gruppe mit der Punktmutation D842V erzielten 34 von 38 Patienten (89 %) eine Remission, darunter waren die 3 Vollremissionen (8 %). Die Mehrzahl der Patien­ten war auch nach 6 Monaten noch ohne neue Tumorprogression. Die mediane Dauer der Remissionen war zum Zeitpunkt der Publikation noch nicht erreicht.

Die gute Wirksamkeit bei Patienten, für die es bisher keine effektive Behandlung gab, veranlasste die FDA zur vorzeitigen Zulassung, ohne die Ergebnisse der laufenden Phase 3-Studie VOYAGER abzuwarten, an der auch mehrere deutsche Kliniken teilnehmen.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind laut FDA Ödeme, Übelkeit, Müdigkeit/Asthenie, kognitive Beeinträchtigungen, Erbrechen, verminderter Appetit, Durchfall, Veränderungen der Haarfarbe, ein erhöhter Tränenfluss, Bauchschmerzen, Verstopfung, Hautausschlag und Schwindel.

Die schwerwiegendste Komplikation sind intrakranielle Blutungen, die eine Dosisreduk­tion oder das Absetzen des Medikaments erzwingen können. Es ist davon auszugehen, dass Avapritinib auch in Europa zugelassen wird. Ein Termin steht allerdings noch nicht fest. © rme/aerzteblatt.de

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