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Medizin

Osteosarkom: Dinosaurier hatte Knochenkrebs

Freitag, 21. August 2020

Centrosaurus apertus /picture alliance, ZB, Stefan Sauer

Hamilton/Ontario – Bei den Veränderungen an dem Wadenbein eines Dinosaurierfossils, das Paläontologen des Museums als Zeichen eines schlecht verheilten Knochenbruchs deuteten, handelt es sich nach Ansicht von Onkologen in Lancet Oncology (2020; DOI: 10.1016/S1470-2045(20)30171-6) um ein Osteosarkom.

Mark Crowther von der McMaster University in Hamilton war das Fossil bei einem Museumsbesuch im Jahr 2017 aufgefallen. Dort waren die Fossilen eines Centrosaurus apertus ausgestellt, der 1989 im „Dinosaur Provincial Park“, einer bekannten Fundstelle für Dinosaurier, gefunden worden war.

Der hornschuppige Pflanzenfresser muss die Gegend vor 76 bis 77 Millionen Jahren durchstreift haben, als er zusammen mit einer Herde wahrscheinlich durch eine Naturkatastrophe ums Leben kam.

An der Fibula des versteinerten Dinosauriers war eine Wucherung erkennbar, die die Paläontologen als Zeichen einer Frakturheilung gedeutet hatten. Crowther erinnerten sie mehr an einen Knochentumor.

Der Pathologe stellte ein internationales Team von Spezialisten aus den Bereichen Pathologie, Radiologie, Maschinenbau, orthopädischer Chirurgie und Paläopathologie zusammen. Sie fertigten Abdrücke des Fossils und untersuchten es mit einem hochauf­lösenden Computertomografen.­­

Später schnitten sie den fossilen Knochen in dünne Scheiben, die sie unter einem Mikroskop begutachteten. Die Untersuchung widerlegte die Verdachtsdiagnose der Museumsforscher. Das Team stellte am Ende die Diagnose eines Osteosarkoms im fortgeschrittenen Stadium.

Dass das Tier trotz der damit verbundenen Schmerzen nicht das Opfer eines Raubsauriers wurde, ist nach Ansicht der Forscher ein Zeichen dafür, dass der Centrosaurus apertus vermutlich in großen Herden lebte, die schwächeren Mitgliedern Schutz boten. In diesem Fall könnte das Tier bis in ein fortgeschrittenes Stadium überlebt haben – bevor es dann zusammen mit der gesamten Herde ums Leben kam.

Es handelt sich übrigens nicht um das erste und nicht um den ältesten Hinweis auf Krankheiten in Fossilien. Zuvor wurden bereits gutartige Tumore bei einem Tyranno­saurus rex und eine Arthritis bei Hadrosauriern mit Entenschnabel nachgewiesen.

Im letzten Jahr berichtete ein Forscherteam über eine Morbus Paget ähnliche Erkrankung bei einer 289 Millionen Jahre alten Echse (PLoS ONE 2019; DOI: 10.1371/journal.pone.0219662)

Eine Schildkröte aus dem gleichen Zeitalter wies die gleichen Veränderungen wie jetzt der Dinosaurier im Femur auf. Die Diagnose in JAMA Oncology (2019; DOI: 10.1001/jamaoncol.2018.6766) lautete ebenfalls Osteosarkom. © rme/aerzteblatt.de

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