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Prostatakrebs­vorstufen in der Verwandtschaft erhöhen das Erkrankungsrisiko

Montag, 7. September 2020

/freshidea, stock.adobe.com

Heidelberg – Nicht nur ein manifestes Prostatakarzinom beim Vater oder Bruder erhöhen das Risiko für die Krebserkrankung beim Sohn oder Bruder. Das Risiko für Prostatakrebs ist auch bei Vorstufen in der direkten Verwandtschaft ähnlich erhöht.

Dies geht aus einer Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Nati­o­nalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg hervor. Die Wissen­schaftler haben dazu die Daten von mehr als 6 Millionen Männern ausgewertet. Die Arbeit ist in der Zeitschrift Cancer erschienen (DOI: 10.1002/cncr.33096).

Ein wichtiger Risikofaktor für Prostatakrebs ist bekanntlich das Alter. 90 % aller Erkrank­ten sind älter als 60 Jahre, bei Unter-45-Jährigen wird er selten beobachtet. Der stärkste Risikofaktor scheint nach mehreren Studien aber die Familiengeschichte zu sein: So sind invasive Prostatakarzinome bei Familienangehörigen der stärkste Risikofaktor, selbst an einem solchen Prostatakarzinom zu erkranken.

Die Heidelberger Wissenschaftler untersuchten jetzt, ob auch bestimmte Vorstufen von Prostatakrebs, zum Beispiel eine atypische mikroazinäre Proliferation oder eine prosta­tische intraepitheliale Neoplasie, in der Familiengeschichte dieses Risiko erhöhen.

Die Heidelberger Forscher haben in Kooperation mit Kollegen der Universität Lund die Daten von 6,3 Millionen nach 1931 geborenen schwedischen Männern und deren Eltern ausgewertet. Während des Studienzeitraums von 1958 bis 2015 erkrankten 238.196 Männer (3,8 %) an einem invasiven Prostatakarzinom und 5.756 Männer (0,09 %) an einer der untersuchten Vorstufen von Prostatakrebs.

„Unsere Auswertungen dieser weltweit größten Datenbank dieser Art zeigten: Wenn bei Verwandten ersten Grades – also bei Vater oder Bruder – eine Vorstufe von Prostatakrebs auftritt, dann ist dies für Männer mit einem 1,7-fachen Risiko verbunden, selbst an einem invasiven Prostatakarzinom zu erkranken – im Vergleich zu Männern ohne Prostatakrebs oder Krebsvorstufen in der Familiengeschichte“, berichtet Mahdi Fallah, Leiter der Gruppe Risikoadaptierte Prävention in der Abteilung Präventive Onkologie des DKFZ und am NCT Heidelberg.

Dieses erhöhte Risiko für Prostatakrebs ähnelt dem von Männern, die Verwandte mit ei­nem invasiven Prostatakarzinom haben: nämlich ein 2-fach erhöhtes Risiko.

Außerdem haben Männer mit einer Vorstufe von Prostatakrebs bei einem Verwandten ers­ten Grades im Vergleich zu Männern, die keine Verwandten mit Vorstufen von Prostata­krebs oder einem Prostatakarzinom haben, ein 1,7-faches Risiko, an einem invasiven Pros­tatakarzinom zu sterben.

„Gibt es in der Familiengeschichte Vorstufen von Prostatakrebs, sind diese Tumorformen also genauso relevant wie invasive Formen von Prostatakrebs bei Verwandten – und zwar sowohl in Bezug auf das Auftreten von Prostatakrebs als auch auf die Sterblichkeit“, so Fallah. © hil/aerzteblatt.de

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