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Wie Tumore Immunzellen in ihrer unmittelbaren Umgebung blockieren

Donnerstag, 5. November 2020

/Markus Blanke, stock.adobe.com

Berlin – Sogenannte dendritische Zellen sind für die Abwehr von Viren, Bakterien und auch Tumorzellen sehr wichtig, weil sie sogenannte Fremdantigene aufnehmen, um sie dem Immunsystem zu präsentieren.

Wissenschaftler um Uta Höpken und Armin Rehm vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) fanden in der Umgebung von Lymphomen und Leukämien jedoch auffallend viele unreife dendritische Zellen, die ihre immunologische Aufgabe nicht erfüllen können, was dazu führt, dass die Tumorzellen vom Immunsystem weniger intensiv bekämpft werden.

Woran dies liegt, berichten die Forschenden in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS, DOI: 10.1073/pnas.2008883117).

„Unreife dendritische Zellen unterstützen sogar noch das Tumorwachstum durch Freisetzung bestimmter Botenstoffe“, erklärte Höpken. Bereits vor einiger Zeit fanden die Wissenschaftler heraus, dass ein Transkriptionsfaktor namens „C/EBPβ“ der entschei­dende molekulare Schalter ist, der die Reifung dendritischer Zellen reguliert.

In der neuen Studie zeigen sie zunächst, dass bei transgenen Mäusen, denen das Gen für das Schalterprotein fehlt, dendritische Zellen unkontrolliert ausreifen. „Daraus schlossen wir, dass für eine normale Reifung und Funktionalität von dendritischen Zellen dieser Schalter in seiner Aktivität reguliert werden muss“, berichten die Forschenden.

Sie konnten experimentell zeigen, dass ausgereifte dendritische Zellen niedrige C/EBPβ-Level aufweisen, während unreife dendritische Zellen hohe C/EBPβ-Mengen tragen.

Tumorzellen können laut der Untersuchung aktiv in diesen Regelungsprozess eingreifen: Sie blockieren die körpereigene Immunabwehr, indem sie durch Hochregulation von C/EBPβ die Ausreifung verhindern. „Die zeitliche Balance dieser Schalteraktivität ist ganz entscheidend für die Funktionstüchtigkeit dieser Zellen“, betonte Höpken.

„Wir wissen heute, dass Tumorzellen allein nicht existieren können. Nicht einmal sehr aggressive Lymphome. Sie benötigen Unterstützung aus ihrer nächsten Umgebung, und das wurde lange unterschätzt“, erläutert Rehm.

Die Reifung dendritischer Zellen zu unterstützen, könnte laut den Forschern demnach ein komplementärer Ansatz für die Krebstherapie sein. © hil/aerzteblatt.de

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