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AML: Natriumbikarbonat könnte Effektivität der Stammzelltherapie verbessern

Mittwoch, 11. November 2020

Bei der AML gerät das blutbildende System außer Kontrolle: Betroffene Zellen wie hier, sogenannte myeloische Blasten, vermehren sich ungebremst und behindern die Bildung gesunder Blutkörperchen. /Andreas Burchert

Freiburg – Eine gesteigerte Bildung von Milchsäure durch die Leukämiezellen vermindert bei der akuten myeloischen Leukämie (AML) offenbar die Wirksamkeit einer allogenen Stammzelltransplantation.

Laborstudien in Science Translational Medicine (2020; DOI: 10.1126/scitranslmed.abb8969) zeigen, dass die Gabe von Natriumbikarbonat die „Lähmung“ der T-Zellen aus der Stammzellspende verhindern könnte.

Die AML ist die häufigste Blutkrebsform bei Erwachsenen – und schwer zu therapieren. Die Behandlung besteht zunächst in einer Chemotherapie, auf die nach einer Remission bei geeigneten Patienten eine allogene Stammzelltransplantation folgt.

Die Behandlung setzt auf einen „Graft versus Leukemia“-Effekt. Die T-Zellen aus der Stammzellspende sollen die restlichen Leukämiezellen beseitigen. Die Erfolge dieser Behandlung sind allerdings bescheiden.

Nach etwa 100 Tagen kommt es bei über 80 % zu einem erneuten Rezidiv. Auch eine Spenderlymphozyteninfusion, bei der gezielt die Abwehrzellen eingesetzt werden, bleibt meist erfolglos.

Die Gründe waren bisher nicht klar. Laborstudien, die ein Team um Robert Zeiser vom Universitätsklinikum Freiburg durchgeführt hat, deuten auf eine einfache Ursache hin. Die Leukämiezellen geben – vermutlich als Folge ihres gestörten Energiestoff­wechsels – Laktat an ihre Umgebung ab. Die Säure dringt in die T-Zellen ein und „lähmt“ sie. Dies verhindert dann einen Angriff der T-Zellen auf die Leukämiezellen.

Das Forscherteam hat möglicherweise ein einfaches Gegenmittel gefunden, um die „Milchsäureattacke“ der Leukämiezellen abzuwehren. Dies gelang in Zellexperimenten und im Mausmodell durch die Gabe von Natriumbikarbonat. Das Molekül bindet die von der Milchsäure freigesetzten Protonen und verhindert dadurch einen intrazellulären Säureschaden. Die T-Zellen können die Milchsäure dann sogar zur Energieproduktion verwenden.

Diese verbesserte metabolische Fitness könnte sich günstig auf die Ergebnisse der Stamm­­­­­zelltherapie der AML auswirken, glaubt das Forscherteam. Natriumbikarbonat wird seit langem in der Medizin eingesetzt. Früher war es ein beliebtes Antazidum. Heute wird es zur Behandlung der metabolischen Azidose verwendet.

Die Freiburger Hämatologen haben bereits begonnen, Patienten mit Natriumbikarbonat zu behandeln. Ob es tatsächlich die Prognose der Patienten verbessert, steht allerdings noch nicht fest. Dies soll jetzt in klinischen Studien untersucht werden. © rme/aerzteblatt.de

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