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Darmkrebs: Geschicklichkeit des Chirurgen beeinflusst 5-Jahres-Überlebens­rate

Freitag, 13. November 2020

/sudok1, stock.adobe.com

Chicago – Darmkrebspatienten, die von einem technisch versierteren Chirurgen operiert wurden, hatten in der Studie einer Qualitätsinitiative in JAMA Oncology (2020; DOI: 10.1001/jamaoncol.2020.5462) langfristig deutlich bessere Überlebenschancen.

Die Geschicklichkeit des Chirurgen kann bei schweren Operationen einen deutlichen Einfluss auf das Operationsergebnis haben. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass ein Eingriff durch einen erfahrenen Chirurgen seltener mit postoperativen Komplika­tionen verbunden ist.

Die jetzt von der „Illinois Surgical Quality Improvement Collaborative“ (ISQIC) durchge­führte Studie ergab, dass bei Darmkrebsoperationen auch einen deutlichen Einfluss auf die langfristige Prognose der Patienten gibt.

Das ISQIC ist eine Qualitätsinitiative von 56 Krankenhäusern, die 80 % der komplexen chirurgischen Eingriffe im Bundesstaat Illinois durchführen. Das ISQIC ist zugleich ein Kooperationspartner des National Surgical Quality Improvement Program des American College of Surgeons.

An der Studie beteiligten sich 15 Chirurgen, darunter 9 Kolorektalchirurgen und 6 Allgemeinchirurgen. Alle Chirurgen ließen eine für sie typische laparoskopische rechts­seitige Hemikolektomie filmen und von einem Team erfahrener Chirurgen mit einem von der American Society of Colon and Rectal Surgeons Assessment entwickelten Kriterien­katalog begutachten.

Für jeden Chirurgen wurde ein technischer „Skill-Score“ anhand von 9 Kriterien ermittelt. Bewertet wurden unter anderem die schonende Präparation des Gewebes, die Effizienz der Operation, die Handhabung der Instrumente und das Ausmaß der Entfernung von Tumor und Lymphknoten. Die Chirurgen wurden nach ihren Fähigkeiten in 3 Gruppen eingeteilt.

Die besten Noten erhielten 5 Chirurgen, die im Durchschnitt 72,8 Kolektomien pro Jahr durchführten. Die 5 Chirurgen mit dem niedrigsten „Skill-Score“ hatten dagegen nur 20 Eingriffe pro Jahr angegeben. Die Zahl der untersuchten Lymphknoten war mit 23,9 bei den geschickten Chirurgen etwas höher als bei den Chirurgen mit dem niedrigsten „Skill-Score“, die im Durchschnitt 20,3 Lymphknoten entfernt hatten. Die Differenz von adjustiert 4,0 Lymphknoten war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von minus 0,5 bis 8,4 Lymphknoten jedoch statistisch nicht signifikant.

Statistisch signifikant waren dagegen die Unterschiede im langfristigen Überleben, die das Team um Brian Brajcich von Northwestern Medicine in Chicago jetzt mitteilt. Von den Patienten, die von den 5 Chirurgen mit dem höchsten „Skill-Score“ operiert wurden, waren nach 5 Jahren noch 79 % am Leben. In der Gruppe mit mittlerem „Skill-Score“ betrug die 5-Jahres-Überlebensrate der Patienten 55 % und bei den Chirurgen mit dem niedrigsten „Skill-Score“ 60 %.

Brajcich ermittelt für die Patienten der Chirurgen mit dem höchsten gegenüber dem niedrigsten „Skill-Score“ eine Hazard Ratio von 0,31 (0,18 bis 0,54). Am größten war der Unterschied im Darmkrebsstadium II (Hazard Ratio 0,14; 0,07 bis 0,30).

Welche Aspekte der Operation den größten Einfluss auf die Prognose der Patienten hatte, konnte die Studie nicht ermitteln. Brajcich vermutet, dass die Sorgfalt bei der Lymphkno­ten­entfernung und -untersuchung von großer Bedeutung ist. Sie beeinflusse nicht nur, ob der Darmkrebs vollständig entfernt wurde, sondern auch, welche Patienten danach eine Chemotherapie erhalten, die beim Darmkrebs einen deutlichen Einfluss auf die 5-Jahres-Überlebensrate hat. © rme/aerzteblatt.de

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