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Medizin

Proteinanalyse für personalisierte Therapie bei Krebserkrankungen hochrelevant

Donnerstag, 19. November 2020

Brustkrebszelle der Brustkrebszelllinie mcf7. /picture alliance, Lutz Langbein

Heidelberg – Für die personalisierte Therapie maligner Erkrankungen genügt die gene­tische Typisierung des Tumors mitunter nicht aus. Das berichten Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Nationalen Centrums für Tumor­erkrankungen (NCT) in Heidelberg im International Journal of Cancer (2020; DOI: 10.1002/ijc.33301).

Denn für das Krankheitsgeschehen sei auch entscheidend, welche Proteine tatsächlich entstünden und wie aktiv diese seien. Die Forscher zeigten in ihrer Arbeit, dass eine gezielte Proteinanalyse bei einigen Betroffenen zu einer anderen Therapieempfehlung führt, als aufgrund von genetischen Daten nahe liegt.

Eine Tumorerkrankung beginnt bekanntlich mit meist mehreren Mutationen im Erbgut einer Zelle. Für individuelle Therapieempfehlungen fahnden Onkologen daher nach spezifischen Veränderungen im Genom der Tumorzellen ihrer Patienten. Diese Infor­mation hilft ihnen, eine Therapie auszuwählen, die möglichst an den vorliegenden Veränderungen ansetzt und beispielsweise einen überschießenden Signalweg hemmt.

Im Rahmen der sogenannten Master-Studie untersuchen Wissenschaftler am NCT unter anderem, wie gut Patienten mit verschiedenen Tumoren auf eine Therapie ansprachen, die ihrem individuellen genetischen Profil entsprach.

„Dabei hat sich gezeigt, dass genetische Untersuchungen bei vielen Patienten sehr aussagekräftig sind“, erklärt Stefan Wiemann vom DKFZ. Bei einigen Betroffenen zeigte dieses Vorgehen jedoch nur einen geringen Erfolg und die ausgewählte Therapie brachte nicht den erhofften Effekt.

Ein Grund dafür könnte laut den Wissenschaftlern sein, dass allein das Vorhandensein einer Mutation nicht zwingend bedeutet, dass diese auch zum Tragen kommt, oder ob das betroffene Gen für das Tumorgeschehen relevant ist. Auch das Vorhandensein bestimmter RNA-Abschriften dieser Gene lasse noch nicht endgültig darauf schließen, ob auch das zugehörige Protein entstehe und mit welchen Modifikationen es versehen werde.

Die Arbeitsgruppe suchten daher in Tumorproben von Teilnehmern der Master-Studie nach Proteinen, die für das Krankheitsgeschehen entscheidend sind. Außerdem fahndeten sie nach spezifischen Phosphorylierungen dieser Proteine. Dabei handelt es sich um chemische Anhängsel, die über die Aktivität des jeweiligen Eiweißmoleküls Auskunft geben.

„Auf der Grundlage dieser Daten haben wir die Patienten dann nochmals neu sogenan­nten therapeutischen Baskets zugeteilt“, berichten die Forscher. Diese Einteilung glichen sie mit der Behandlung ab, die die Probanden tatsächlich bekommen hatten. Dabei zeigte sich bei einigen Patienten eine gute Übereinstimmung.

„Wir hatten aber auch Patienten in der Studie, bei denen die Proteinanalyse wahrschein­lich zu einer anderen Empfehlung geführt hätte“, so Wiemann. Die Proteindaten könnten bei einigen Studienteilnehmern im Nachhinein auch das schlechte Ansprechen auf die verabreichte Therapie erklären.

„Für uns steht grundsätzlich im Vordergrund, die beste Behandlungsstrategie mit dem größtmöglichen Nutzen für unsere Patienten auszuwählen“, sagte Stefan Fröhling, geschäftsführender Direktor des NCT und Mitautor der Studie. Dafür seien genetische Analysen auch weiterhin ein wichtiges Werkzeug.

„Wir haben aber die Hoffnung, dass wir in Zukunft durch zusätzliche Proteinanalysen noch individuellere und konkretere Therapieempfehlungen geben können“, betonte er. © hil/aerzteblatt.de

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