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Studie: Statine könnten Schäden der Chemotherapie am Herzen verhindern

Donnerstag, 21. Januar 2021

/picture alliance, Sigrid Gombert

Toronto – Brustkrebspatientinnen, die während ihrer Chemotherapie mit Anthrazyklinen oder Trastuzumab gleichzeitig mit Statinen behandelt wurden, erkrankten in einer Kohortenstudie im Journal of the American Heart Association (2021; DOI: 10.1161/JAHA.119.018393) später seltener an einer Herzinsuffizienz.

Brustkrebs ist im Frühstadium heute in der Regel heilbar. Viele Patientinnen benötigen allerdings eine Chemotherapie mit Anthrazyklinen oder Trastuzumab, die nachweislich kardiotoxisch sind. Dies hat dazu geführt, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei älteren Brustkrebsüberlebenden die häufigsten Todesur­sachen sind.

Die Suche nach Wirkstoffen, die die Kardiotoxizität abschwächen, blieb weitgehend erfolglos – mit der Ausnahme von Dexrazoxan, das allerdings nur beim metastasierten Mammakarzinom eingesetzt wird, um die Frauen vor den Auswirkungen weitaus höherer Dosierungen des Anthrazyklins Doxorubicin zu schüt­zen, als beim Mammafrühkarzinom üblich sind.

In den letzten Jahren hatte es zahlreiche Berichte gegeben, nach denen Statine, die üblicherweise als Cholesterinsenker eingesetzt werden, eine protektive Wirkung entfalten. Eine randomisierte Studie, die diese Wirkung abschließend klären könnte, wurde jedoch bisher nicht durchgeführt. Eine zweitbeste Lösung ist in dieser Situation eine Propensityanalyse. Es handelt sich um eine Variante der retrospektiven Kohortenstudie, bei der nur Patienten mit gleichen Eigenschaften verglichen werden.

Ein Team um Husam Abdel-Qadir vom Institute of Health Policy der Universität Toronto konnte in einer Studie auf die Daten der staatlichen Versicherung des Bundesstaates Ontario zurückgreifen, die bei allen Patienten über 65 Jahre die Kosten für Medikamente übernimmt. Durch den Abgleich mit anderen Regis­tern konnten die Epidemiologen ermitteln, welche Frauen gleichzeitig zu ihrer Chemotherapie mit Anthra­zy­klinen oder Trastuzumab Statine verordnet bekommen hatten. Aus den elektronischen Kranken­akten entnahmen sie zahlreiche Daten zu anderen chronischen Erkrankungen und der Einnahme von Medika­menten.

Am Ende konnten sie 666 Paare (mittleres Alter 69 Jahre) mit gleichen Patienteneigenschaften gegenüber­stellen, von denen eine Patientin während der Chemotherapie Statine eingenommen hatte, die andere jedoch nicht. Die Analyse ergab, dass von den Statinanwenderinnen 1,2 % in den folgenden 5 Jahren wegen einer Herzinsuffizienz im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Bei den Patientinnen, die keine Statine eingenommen hatten, waren es 2,9 %. Abdel-Qadir ermittelt eine Hazard Ratio von 0,45, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,24 bis 0,85 signifikant war. Die Statine könnten das Erkrankungsrisiko demnach um 55 % gesenkt haben.

Ein ähnliches Ergebnis kam bei der Propensityanalyse von 390 Paaren (mittleres Alter 71 Jahre) heraus, die mit Trastuzumab behandelt worden waren. Von den Patientinnen, die gleichzeitig Statine eingenommen hatten, mussten 2,7 % in den folgenden 5 Jahren wegen einer Herzinsuffizienz im Krankenhaus behandelt werden gegenüber 3,7 % unter den Nichtanwenderinnen von Statinen.

Die Hazard Ratio betrug hier 0,46. Der Zusammenhang verfehlte mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,20 bis 1,07 zwar das Signifikanzniveau. Aber auch hier sollte die kardioprotektive Wirkung von Statinen in einer randomisierten kontrollierten Studie untersucht werden, da viele Patientinnen von der Behand­lung profitieren könnten. © rme/aerzteblatt.de

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