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Medizin

Immunzellen unterstützen Glioblastome im Gehirn statt sie zu bekämpfen

Mittwoch, 17. Februar 2021

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Berlin – Das Glioblastom ist der häufigste bösartige Hirntumor bei Erwachsenen. Bei Untersuchungen des Tumorgewebes finden Forscher auch Immunzellen im Inneren des Glioblastoms. Sie vermuten deshalb schon seit langem, dass diese den Tumor stärken, anstatt ihn zu bekämpfen.

Ein Team um Gaetano Gargiulo vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) hat dies nun laut einer Publikation in der Zeitschrift Cancer Discovery (2020; DOI: 10.1158/2159-8290.CD-20-0219) belegt.

Die Zellen, aus denen ein Glioblastom besteht, werden in verschiedene molekulare Subtypen unterteilt. Die Zusammensetzung ändert sich im Laufe der Zeit. Insbesondere bei einem Rezidiv verwandeln sich die Zellen häufig.

„Ein besseres Verständnis der Glioblastom-Subtyp-Identitäten und der Trigger, die diesen Veränderungs­prozess auslösen, könnte einen Anhaltspunkt für die Entwicklung neuer, effektiverer Therapien liefern“, sagt Matthias Schmitt aus der Arbeitsgruppe. Voraussetzung dafür sei, die Biologie des Tumors genau zu verstehen, zum Beispiel, wie er sein Wachstum reguliert und mit umliegenden Zellen interagiert.

Die Forscher entwickelten daher sogenannte molekulare Reporter, die in einer Zelle Fluoreszenz erzeugen, wenn dort komplexe Programme ablaufen, beispielsweise wenn die Zellen ihre Identität verändern. „Wir haben im Genom der Tumorzellen die Regulatoren identifiziert, die den jeweiligen Subtyp der Zellsignatur programmieren“, beschreibt Yuliia Dramaretska aus der Arbeitsgruppe.

„Diese kurzen DNA-Abschnitte haben wir zu molekularen Reportern umgewandelt, die fluoreszieren, wenn sich die Zellen verwandeln.“ Sie zeigen auch an, was diese Verwandlung auslöst: beispielsweise Immunzel­len, Medikamente oder ionisierende Strahlen.

„Mithilfe der molekularen Reporter können wir nun herausfinden, wie wir die Immunzellen davon abhalten können, die Tumorzellen so zu verändern, dass sie aggressiver werden“, beschreibt Gargiulo künftige Forschungsansätze. © hil/aerzteblatt.de

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