MedizinOnkologieStudien Onkologie
Studien
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Induktions­chemotherapie: Wirksame Option bei Platten­epithelkarzinom des Ösophagus

Dienstag, 8. Juni 2021

/CLIPAREA.com, stock.adobe.com

Alexandria – Speiseröhrenkrebs ist eine der aggressivsten aller gastrointestinalen Malignome. Die 5-Jahres-Gesamtüberlebensrate liegt weltweit bei etwa 20 %. Es ist die 6-häufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern. Inwiefern Patienten mit resektablem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus von einer Induktionschemotherapie (IC) mit einer Kombination aus Docetaxel, Cisplatin und 5-Fluorouracil (DCF) im Vorfeld einer Radiochemotherapie (CRT) profitieren können, präsentierten Katada C et al. (2021; DOI: 10.1200/JCO.2021.39.15_suppl.4027) im Rahmen des ASCO 2021.

In dieser Phase-2-Studie (CROC-Studie) wurden 90 Patienten (mittleres Alter: 67,5, 81,1 % männl.) mit resektablem Plattenepithelkarzinom des Ösophagus (Stadium IB–III (UICC 7) analysiert. Die IC umfasste Docetaxel (75 mg/m2 an Tag 1, Cisplatin 75 mg/m2 an Tag 1 und 5-Fluorouracil 750 mg/m2 an den Tagen 1–5, alle 3 Wochen wiederholt für insgesamt 3 Zyklen), wobei das Ansprechen jeweils nach 2 und 3 IC-Zyklen ausgewertet wurde.

Anzeige

Eine CRT folgte bei Patienten, die ein bemerkenswertes Ansprechen (RR, remarkable response) auf IC zeigten, wenn die Diagnostik ein Down-Staging des Tumors auf Stadium IA (T1N0M0-Stufe) erlaubte. Eine Operation folgte bei Patienten mit begrenztem Teilansprechen (LPR, Limited Partial Response, die weder RR noch POR erreichten) oder ein schlechtes Ansprechen (POR, Poor response, definiert als fortschreitende Erkrankung oder keine Anzeichen einer Reduktion) zeigten.

Das Ansprechen nach IC lag in der RR-Subgruppe bei 58,4 % (LPR bei 41,6 % und POR bei 0,0 %). 3 Patienten, die ein RR erreichten, hatten eine Nierenfunktionsstörung, Darmmalrotation oder verwei­gerten eine CRT (Alterative: Operation). 6 Patienten, bei denen eine LPR erreicht wurde, erhielten eine CRT aufgrund von Operationsverweigerungen (n=3), inoperablen Tumoren (n=2) und einer respirato­rischen Dysfunktion aufgrund eines Emphysems (n=1).

Das 1-Jahres-progressionsfreie Überleben (PFS) (primärer Endpunkt) für RR-Patienten mit anschließ­ender CRT betrug 89,8 %. Im medianen Nachbeobachtungszeitraum von 33 Monaten betrug das 1- und 3-Jahres-Gesamtüberleben (OS) für die RR-Analysegruppe 96,6% bzw. 74,1%. Das 1- und 3-Jahres-Überleben mit Organerhaltung für die RR-Analysegruppe betrug 56,8% bzw. 45,3%. Das 1- und 3-Jahres-OS für RR gefolgt von CRT (n=49) vs. LPR gefolgt von Operation (n=31) betrug 100 % vs. 93,1 % bzw. 83,7 % vs. 62,8 % (p=0,06). Das 1- und 3-Jahres-PFS für RR gefolgt von CRT betrugen 89,8 % bzw. 70,0 %.

Die Studienautoren schlussfolgern daraus, dass drei Zyklen einer DCF-Chemotherapie gefolgt von einer CRT eine wirksame Behandlung für Patienten mit resektablem Ösophagus-Karzinom, die auf das IC-Regime ansprechen, sein kann. © CW/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
NEWSLETTER