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Medizin

Molekularer Treiber für Rückfälle beim Ewing-Sarkom identifiziert

Donnerstag, 27. Januar 2022

/catalin, stock.adobe.com

Heidelberg – Geringe TCF7L1-Spiegel in Tumorproben des Ewing-Sarkoms gehen mit einem aggressiven Krankheitsverlauf und die Bildung von Metastasen einher.

Das Ewing-Sarkom ist der zweithäufigste Knochen- und Weichteilkrebs bei Kindern, bei der etwa 1/3 der Patienten Rückfälle oft mit fatalem Verlauf erleiden. Aufgrund der hohen Aggressivität und schlechten Prognose ist die Untersuchung der zugrundeliegenden Mechanismen der Metastasierung auch für zukünf­­tige therapeutische Ansätze bedeutsam.

Forscher des Hopp-Kindertumorzentrums Heidelberg (KiTZ), des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und der Ludwigs-Maximilians-Universität München (LMU) haben nun das genregulatorische Protein TCF7L1 (transcription factor 7 like 1, TCF7L1 alias TCF3) als potenziellen neuen Kandidaten für einen prognostischen Biomarker beim Ewing-Sarkom identifiziert.

Hierzu analysierten die Wissenschaftler die Transkriptomprofile verschiedener Transkriptionsfaktoren (n=11) bei 166 Ewing-Sarkompatienten und verglichen diese mit übereinstimmen Genexpressions­mustern und den jeweiligen klinischen Outcomes (Molecular Cancer, 2022; DOI: 10.1186/s12943-021-01470-z).

Die eindeutigsten Zusammenhänge zeigte das Protein TCF7L1, dessen geringe Expression mit einem schlechten Gesamtüberleben bei Ewing-Sarkom-Patienten assoziiert war.

TCF7L1 ist ein wichtiger Mediator der Metastasierung beim Ewing-Sarkom, der potenziell als prognosti­scher Biomarker geeignet wäre, schlussfolgern die Studienautoren. Außerdem entdeckten die Wissen­schaft­ler, dass TCF7L1 in Metastasen deutlich weniger als noch in den Primärtumoren gebildet wird.

„Wir gehen deshalb davon aus, dass die geringen Mengen dieses Proteins dazu führen, dass genetische Netzwerke aktiviert werden, die den aggressiven Krankheitsverlauf und die Bildung von Metastasen eher begünstigen“, erläuterte Studienautor Prof. Dr. Dr. Thomas Grünewald, Arbeitsgruppenleiter am KiTZ, Abteilungsleiter am DKFZ und dem Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD).

Die Menge an TCF7L1 in den Tumorproben lässt sich beispielsweise durch immunhistochemische Fär­bun­gen in Gewebeschnitten quantifizieren. Immunhistochemische Präparate sind leicht verfügbar, kost­en­günstig und die angesetzte IHC-Färbung (Immunhistochemie) von TCF7L1 beim Ewing-Sarkom in der aktuellen Studie bietet die Möglichkeit, den prognostischen Wert von TCF7L1 in weiteren klinischen Studien genauer abzuschätzen.

Dieser neue diagnostische Ansatz könnte gegebenenfalls auch auf bei anderen Krebsarten, wie Brust­krebs, Darmkrebs oder akute lymphatische Leukämie eine Rolle spielen, bei denen die Fehlregulierung von TCF7L1 ebenfalls das Tumorwachstum zu begünstigen scheint.

Darüber hinaus zeigten Untersuchungen am Mausmodell, dass eine wiederhergestellte TCF7L1-Produk­tion die Ausbreitung von Metastasen verhindern kann. Daher kommt TCF7L1 künftig auch als Ansatz­punkt für neue Therapieoptionen beim Ewing-Sarkom in Betracht. © cw/aerzteblatt.de

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