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Lebensqualität unter antiresorptiven Substanzen bei Knochenmetastasen verbessert

Donnerstag, 12. Mai 2022

/kieferpix, stock.adobe.com

Zelle – Eine frühzeitige Anwendung von antiresorptiven Substanzen bei Diagno­se von Knochenmetastasen kann die Patientenversorgung hinsichtlich Schmerz­niveau und Lebensqualität bei Brust- und Prostatakrebs verbessern.

Bei Patienten Brust- und Prostatakrebs stellen Knochenmetastasen die Hauptur­sache für eine Verschlechte­rung der Lebensqualität, zum Beispiel durch starke Schmerzen und andere Funktionsstörungen dar. Zu den möglichen Therapieoptionen zur Aufrechterhaltung oder Verbesserung der Lebensqualität zählen antiresorp­tive Behandlungen, wie beispielsweise mit Denosumab und Bisphosphonate, um Komplikationen wie Kno­chenschmerzen zu kontrollieren.

Derzeit liegen jedoch kaum Studiendaten zur gesundheitsbezogenen Lebensqua­lität von Patienten mit Kno­chenmetastasen unter antiresorptiver Therapie vor. Die PROBone-Registerstudie untersuchte Beschwerden und Einschränkungen, die durch Knochenmetastasen bei Brust- und Prostatakrebspatienten verursacht wurden, anhand von patientenberichteten Ergebnissen (PROs) aus dem Versorgungsalltag in Deutschland (Journal of Bone Oncology, 2022; DOI: 10.1016/j.jbo.2022.100420).

Berücksichtigt wurden 486 Patienten aus 65 spezialisierten, ambulanten Onkolo­giezentren aus ganz Deutschland mit histologischer Bestätigung von fortge­schrit­­te­nem Brust- oder Prostatakrebs. Aus dieser Kohorte wurde die Mehrheit (n=310, 64 %) mit Brustkrebs und 176 Patienten (36 %) mit Prostatakrebs diagnostiziert. Das Durchschnittsalter betrug 67 Jahre bei Brustkrebs und 76 Jahre für Prostatakrebs.

79,7 % der Brustkrebs- und 59,7 % der Prostatapatientinnen begannen innerhalb von 3 Monaten nach der Diagnose von Knochenmetastasen eine antiresorptive Behandlung. 46,5 % der Patienten mit Brustkrebs und 34,1 % der Patienten mit Prostatakrebs hatten Metastasen, die nicht nur auf Knochen beschränkt waren. Das Studien­ende nach 12 Monaten erreichten 59,5 % der Patienten (61,6 % Brustkrebs, 56,8 % Prostatakrebs).

Veränderungen der Lebensqualität wurden monatlich vom Ausgangswert bis maximal 12 Monate unter Ver­wendung des validierten Schmerzscores FACT-BP (Functional Assessment of Cancer Therapy – bone metas­tases) bewertet, die durch Fragen zu allgemeinen Schmerzen und deren Auswirkungen auf die täglichen Ak­tivitäten der Patienten, ergänzt wurden. Die Fragebögen wurden von den Patienten direkt und digital per Touchscreen vor Ort im Onkologiezentrum ausgefüllt.

Mehr als 75 % der Patienten berichteten bereits zu Baseline von Knochenschmer­zen. Insgesamt gaben 52 % der Brustkrebspatientinnen und 47,9 % der Prostata­krebspatientinnen an, während des gesamten Beobach­tungszeitraums Schmerz­mittel einzunehmen.

Bei Brust- und Prostatakrebspatientinnen wurde eine anfängliche Schmerzreduk­tion nach Beginn die antire­sorptive Behandlung verzeichnet. Allgemeine Schmerz- und Knochenschmerzwerte sowie der mediane FACT-BP-Score zeigten in den ersten Monaten eine konstante Verbesserung und blieben danach stabil auf einem konstanten Niveau.

Subgruppenanalysen haben gezeigt, dass Patienten ohne Schmerzen zu Studien­be­ginn während des gesam­ten Beobachtungszeitraums deutlich bessere FACT-BP-Werte aufwiesen als diejenigen, die mit Schmerzen rekrutiert wurden.

Die PROs deuten insgesamt auf eine überwiegend Leitliniengerechte Versorgung hin, da die meisten Brust- und Prostatakrebspatientinnen innerhalb der ersten 3 Monate nach der Diagnose von Knochenmetastasen eine antiresorptive Therapie erhielten, um den Schmerz so gering wie möglich zu halten und eine gute Lebensqualität aufrechtzuerhalten.

Die Behandlung von Knochenschmerzen durch eine frühzeitige Anwendung von antiresorptiven Substanzen bei Diagnose von Knochenmetastasen kann die Patientenversorgung verbessern, schlussfolgern die Studienautoren. © cw/aerzteblatt.de

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