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Medizin

cfDNA-Methylierung als prädiktiver Marker bei muskelinvasivem Blasenkrebs

Donnerstag, 16. Juni 2022

/magicmine, stock.adobe.com

Chicago – Die cfDNA-Methylierung könnte als prädiktiver Marker für das Therapieansprechen von Cisplatin-haltigen Chemotherapien bei muskelinvasiven Blasenkrebs dienlich sein, sofern weitere Analysen diesen Trend bestätigen. Das geht aus einem Abstract vom ASCO 2022 hervor (doi: 10.1200/JCO.2022.40.16_suppl.4506).

Neoadjuvante, cisplatinhaltige Chemotherapien (Methotrexat-Vinblastin-Adriamycin-Cisplatin (ddMVAC) oder Gemcitabin-Cisplatin) sind mittlerweile der Behandlungsstandard bei muskelinvasiven Blasenkrebspatienten. Die Therapielast sei unter diesen Bedingungen relativ hoch und der Gesamtnutzen eher gering, so die Einschätzung von Erstautor Yi-Tsung Lu vom Keck School of Medicine and Norris Comprehensive Cancer Center an der University of Southern California in Los Angeles. Außerdem seien noch keine validen Marker verfügbar, um Patienten zu identifizieren, die am meisten von neoadjuvanten Chemotherapie-Ansätzen profitieren können.

Valide Biomarker würden die Therapieentscheidung und die Patientenauswahl erleichtern. Vor diesem Hintergrund untersuchte Lu die cfDNA (zellfreie DNA)-Methylierungsprofile dieser Patienten (n=73), inwiefern diese mit dem Therapieansprechen korrelieren und gegebenenfalls als Prognoseparameter in Betracht kommen (NCT02177695).

Methylierungsgrad und cfDNA-Anteile ermöglichen Vorhersage bei fast 80 %

Dabei wurden der jeweilige Methylierungsgrad zwischen pathologischen Respondern (≤pT1N0M0) und Non-Respondern analysiert. Dafür entwickelten die Studienautoren einen methylierungsbasierten Response-Score (mR-Score). Dieser Score könne auch anhand von Plasmaproben berechnet werden, die nach dem ersten Zyklus der neoadjuvanten Chemotherapie abgenommen wurden, ergänzte Lu.

Darüber hinaus verwendeten die Forschenden den cfDNA-Status, um den zirkulierenden DNA-Anteil in der Blase (circulating bladder DNA fraction) zu berechnen. Dieser cfDNA-Status zeige eine bescheidene, aber unabhängige Vorhersagefähigkeit für das Ansprechen auf die Behandlung, so Lu.

Wenn der mR-Score und die zirkulierenden DNA-Anteile in der Blase kombiniert wurden, wurde das pathologische Ansprechen bei 79 % der Patienten erfolgreich vorhergesagt, wenn das Plasma vor der ersten Chemotherapie oder nach dem 1. Zyklus der Chemotherapie entnommen wurde.

Diese Studienergebnisse deuten darauf hin, dass das cfDNA-Metylierungsprofil dienlich sein könnte, um das Ansprechen auf die Behandlung bei Patienten mit muskelinvasiven Blasenkrebs vorherzusagen, die für eine neoadjuvante Chemotherapie in Frage kommen, schlussfolgerte Lu. Allerdings seien zur Validierung noch weitere Untersuchungen erforderlich, gab der Experte zu bedenken. © cw/aerzteblatt.de

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