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Fortgeschrittenes SCLC: Wirksamkeit der Chemoimmuntherapie bestätigt

Samstag, 25. September 2021

/freshidea - stock.adobe.c

Lugano – Das fortgeschrittene kleinzellige Lungenkarzinom (ES-SCLC) wird langsam, aber sicher besser therapierbar: Für eine Chemoimmuntherapie mit Etoposid/Platin und dem Immuncheckpointinhibitor Durvalumab hat sich ein in der CASPIAN-Studie gefundener Überlebensvorteil gegenüber der alleinigen Chemotherapie nun nach mehr als 3 Jahren bestätigt, wie Luis Paz-Ares vom Hospital Universitario 12 de Octubre in Madrid beim virtuellen ESMO-Kongress berichten konnte (Annals of Oncology 2021; DOI: 10.1016/j.annonc.2021.08.1797).

Im Hinblick auf Fortschritte in der Therapie hinkt das kleinzellige ein wenig hinter dem nicht-kleinzel­ligen Lungenkarzinom her, aber in den letzten Jahren nehmen die Bemühungen dazu auch an Fahrt auf.

In der Phase-III-Studie CASPIAN wurden zur Erstlinientherapie fortgeschrittener Stadien der Erkrankung (Extensive stage: ES-SCLC) 2 Immuncheckpointinhibitoren in Kombination mit einer klass­ischen platin­basierten Chemotherapie überprüft: Etwas mehr als 800 nicht vorbehandelte Patienten mit ES-SCLC wurden randomisiert, die Chemotherapie aus Cis- oder Carboplatin und Etoposid entweder alleine oder in Kombination mit dem PD-L1-Antikörper Durvalumab zu erhalten; im 3. Arm wurde zu dieser Kombi­nation noch der Anti-CTLA-4-Antikörper Tremelimumab hinzugegeben.

Primäre Endpunkte waren die Vergleiche zum Gesamtüberleben zwischen den beiden Kombinations­armen und dem Chemotherapiearm. In der 2-Jahresanalyse war insbesondere der Arm mit Chemothera­pie und Durvalumab mit einer Reduktion des Mortalitätsrisikos um 1/4 der alleingien Chemotherapie signifikant überlegen (Hazard Ratio 0,75; p = 0,0032); beim Arm mit den beiden Antikörpern war nur ein numerischer Vorteil erkennbar, der das vorgegebene statistische Signifikanzniveau nicht überschritt (HR 0,81; p = 0,0451) (Lancet Oncology, 2021; DOI: 10.1016/S1470-2045(20)30539-8).

Beim virtuellen ESMO-Kongress konnte Luis Paz-Ares nun Daten mit einer beinahe 3,5-jährigen Nach­beob­achtungsfrist vorstellen (CHRYSALIS-Studie): Nach median 39,4 Monaten war für die Kombination aus Platin/Etoposid und Durvalumab der Vorteil der gegenüber der reinen Chemotherapie weiterhin erhalten geblieben mit einer medianen Überlebenszeit von 12,9 versus 10,5 Monaten und einer Hazard Ratio von 0,71 (95 %-Konfidenzintervall 0,60–0,86; p = 0,0003); nach 2 Jahren waren 22,9 % versus 13,9 % der Patienten am Leben gewesen, nach 3 Jahren waren es nun noch 17,6 % versus 5,8 %, d.h. die 3-Jahres-Überlebensrate war durch Durvalumab verdreifacht worden.

Die Zugabe beider Antikörper war mit median 10,4 Monaten Überlebenszeit assoziiert, ein Vorteil war numerisch weiterhin vorhanden mit einer Hazard Ratio von 0,81, aber der nominale p-Wert von 0,02 reichte nach dem statistischen Plan nicht aus, um eine signifikante Überlegenheit der Kombination gegenüber der reinen Chemotherapie nachzuweisen, auch wenn 15,3 % der Patienten nach 3 Jahren noch am Leben waren. Zum Zeitpunkt der Datenanalyse nach median 3,5 Jahren wurden noch 27 Patienten im Durvalumab- und 19 im Durvalumab/Tremelimumabarm mit der Durvalumab­erhaltungstherapie behandelt.

Nebenwirkungen waren im Durvalumabarm nicht häufiger als im reinen Chemotherapiearm (32,5 % vs. 36,5 %); im Durvalumab/Tremelimumabarm traten sie mit 47,4 % deutlich öfter auf. Das Gleiche galt für Grad-5-Toxizitäten (Chemotherapie alleine: 6,0 %, Durvalumab: 5,3 %, Durvalumab/Tremelimumab: 10,9 %).

Die früheren Ergebnisse werden durch diese Analyse nach 3,5 Jahren bestätigt: Durvalumab verdreifacht die 3-Jahres-Überlebensrate gegenüber der alleinigen Chemotherapie, während die weitere Zugabe von Tremelimumab zumindest keinen zusätzlichen Nutzen bringt. Etoposid/Platin und Durvalumab dürfte sich damit als Erstlinienstandard für das ES-SCLC etabliert haben, so Paz-Ares. © jfg/aerzteblatt.de

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