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Lungen­manifestation unter Immuncheckpointinhibi­toren: Lymphozytose als Biomarker

Freitag, 20. Mai 2022

/Crystal light, stock.adobe.com

Leipzig – Eine Lungenmanifestation als Nebenwirkung einer Immuncheckpointinhibitor-(ICI)-Therapie könnte sich durch den Nachweis einer Lymphozytose in der bronchoalveolären Lavage (BAL) bestätigen lassen.

Die entsprechenden Daten werden Forschende im Rahmen des 62. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) vorstellen (2022; DOI: 10.1055/s-0042-1747806).

Das Wissenschaftsteam untersuchte Patientinnen und Patienten, die aufgrund einer Krebserkrankung ICI erhielten. Bei allen bestand der Verdacht auf eine ICI-assoziierte Lungenmanifestation (ICI-LM).

In einem High-Resolution-Computertomogramm (HRCT) bestimmten die Forschenden das Muster der Erkrankung und führten anschließend eine Bronchoskopie mit BAL durch.

Immuncheckpointinhibitoren (ICI) wie Anti-PD-1- / Anti-PD-L1-Antikörper werden in der Therapie verschiedenster Karzinome eingesetzt, etwa beim nichtkleinzelligem Lungenkarzinom oder dem Mammakarzinom. Sie steigern die Aktivität des körpereigenen Immunsystems. Auf diese Weise können ICI auch immunvermittelte Krankheitsbilder an sämtlichen Organen auslösen, die denen von Autoimmunerkrankungen ähneln. Hautmanifestationen zählen zu den häufigsten und reichen von unspezifischen papulösen Exanthemen bis hin zur seltener auftretenden Sarkoidose. Als Lungenmanifestation kann beispielsweise eine Pneumonitis auftreten.

Unabhängig vom Erscheinungsbild der ICI-LM im HRCT ließ sich bei allen der untersuchten Patientinnen und Patienten eine Lymphozytose nachweisen. Das ergab die Analyse der BAL. Vorherrschender T-Zell-Typ waren CD4-positive Zellen.

Im HRCT zeigten sich gleich häufig mit jeweils 37 % die Muster einer sarcoid-like reaction und einer nicht spezifischen interstitiellen Pneumonie mit Milchglas­verdichtungen. Etwas seltener war das Muster einer organisierenden Pneumonie (26 %).

Die Symptome einer ICI-LM entwickelten sich im median nach 10 Monaten. Fast 2/3 der Betroffenen erhielt eine Steroidtherapie (63 %).

Der Großteil der Patientinnen und Patienten (74 %) hatte eine Anti-PD-1/Anti-PD-L1-Antikörpermonotherapie erhalten. Weniger Studienteilnehmende waren mit einer Kombination aus Anti-PD1-/Anti-CTLA-4-Antikörpern therapiert worden (21 %).

Die zugrundeliegende Tumorerkrankung war bei zirka 2/3 der Patientinnen und Patienten ein Melanom (68 %), 26% hatten ein Lungenkarzinom und 6 % ein Urothelkarzinom.

Die Forschenden schlossen 35 Patienten und Patientinnen mit einer ICI-LM zwischen Februar 2018 und Oktober 2021 in die Studie ein. Die Diagnose beziehungsweise die Verdachtsdiagnose ICI-LM wurde anhand von Anamnese, klinischer Informationen und HRCT-Befunden gestellt.

Bei unsicherem Befund erfolgte eine Bronchoskopie mit BAL. Zeigte sich in der BAL-Analyse eine Lymphozytose von mehr als 13 %, wurde eine immunzytologische Färbung der Lymphozytensubpopulation durchgeführt. © mim/aerzteblatt.de

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