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Kalifornien: Rückgang von Asthmaerkrankungen bei Kindern dank sauberer Luft

Mittwoch, 22. Mai 2019

Los Angeles, Kalifornien /chones, stockadobecom

Los Angeles – Die Umweltgesetzgebung in Kalifornien der letzten beiden Jahrzehnte hat offenbar Wirkung gezeigt. Mit der geringeren Belastung der Luft durch Stickoxide und Feinstaub ist die Zahl der Asthmaerkrankungen zurückgegangen. Dies zeigt eine Langzeituntersuchung im amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2019; 321: 1906-1915).

Die Children’s Health Study untersucht seit 1993 regelmäßig die Gesundheit von Schulkindern im Großraum Los Angeles. Der Süden Kaliforniens gehört zwar weiter zu den Regionen mit der höchsten Luftverschmutzung in den USA. Die Luftqualität hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten gebessert. Zwischen 1993 und 2006 konnte die Stickstoffdioxidbelastung um 22 % und die Feinstaubbelastung um 36 % gesenkt werden. Parallel dazu hat die Zahl der Asthmaerkrankungen bei Kindern abgenommen.

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In den Kohorten der Children’s Health Study betrug die Inzidenz im Zeitraum 1996 bis 2004 noch 2,69 Erkrankungen pro 100 Personenjahre. Im Zeitraum 2006 bis 2014 waren es nur noch 1,80 Erkrankungen pro 100 Personenjahre.

Die Children’s Health Study hat von 1993 bis 2001, von 1996 bis 2004 und von 2006 bis 2014 drei Kohorten von Schulkindern in neun Städten im Großraum Los Angeles begleitet. Da die Untersuchungen an denselben Orten durchgeführt wurden und genaue Daten zur Luftverschmutzung vorlagen, konnten Erika Garcia von der Keck School of Medicine in Los Angeles und Mitarbeiter untersuchen, wie sich die veränderte Luftqualität auf die Asthmaprävalenz ausgewirkt hat.

Von den 4.140 Kindern, die bei der Erstuntersuchung im Mittel 9,5 Jahre alt waren, erkrankten während der Schulzeit 525 neu an Asthma. Die Häufigkeit nahm im Verlauf der Untersuchung ab. Pro 4,3 ppb weniger Stickstoffdioxid ermittelte Garcia einen Rückgang der Asthmaerkrankungen um 20 % (relative Inzidenzrate IRR 0,80; 95-%-Konfidenzintervall 0,71 bis 0,90). Dies kommt einem Rückgang der absoluten Inzidenz um 0,83 Erkrankungen auf 100 Personenjahre.

In etwa die gleiche Auswirkung hatte eine Reduktion des Feinstaubs der Partikelgröße 2,5µm (PM2,5) um 8,1 µg/m3. Die IRR betrug 0,81 (0,67 bis 0,98). Durch die Reduktion des Feinstaubs ist es nach den Berechnungen von Garcia zu einem Rückgang um 1,53 Asthmaerkrankungen auf 100 Personenjahre gekommen.

Auch die niedrigeren Ozonwerte könnten sich günstig ausgewirkt haben: Ein Rückgang um 8,9 ppm war mit einer IRR von 0,85 assoziiert, die allerdings mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,71 bis 1,02 das Signifikanzniveau verfehlte. Die Assoziation mit PM10 war mit einer IRR von 0,93 pro 4,0 µg/m3 schwächer ausgeprägt und mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,82 bis 1,07 ebenfalls nicht signifikant. Beides schließt natürlich nicht aus, dass dennoch von Ozon und PM10 eine Gefahr ausgeht. Wenn ja, dann wäre der genannte Rückgang der Ozonkonzen­tration für 0,78 weniger Asthmaerkrankungen auf 100 Personenjahre verantwortlich, beim PM10 würde der Rückgang 0,46 Erkrankungen auf 100 Personenjahre betragen.

Die neuen Ergebnisse bestätigen frühere epidemiologische Studien, die den Anstieg der Luftschadstoffe für die Zunahme von Asthmaerkrankungen in Südkalifornien und anderswo mitverantwortlich gemacht hatten.

Die Studie kann letztlich nicht klären, ob die Stickoxide und der Feinstaub die Verursacher sind oder nur Marker für eine Schädigung der Atemwege, die durch andere Emissionen von Verbrennungsmotoren entstehen.   

Als mögliche Mechanismen werden diskutiert: erstens ein oxidativer Stress, zweitens ein Umbau („Remodeling“) der Atemwegswände, drittens eine Förderung von Entzündungsreaktionen und viertens eine erhöhte Neigung zu Allergien. © rme/aerzteblatt.de

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