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70 Tuberkulose­diagnosen in vier Jahren in Berlins Gefängnissen

Montag, 21. Oktober 2019

/dpa

Berlin – In Berliner Gefängnissen sind in den vergangenen vier Jahren 71 Tuberkulose-Erkrankungen bereits bei den Aufnahmeuntersuchungen diagnostiziert worden. Das geht aus einer Antwort der Gesundheitsverwaltung auf eine Anfrage der AfD an das Abgeord­netenhaus hervor. Die Zahlen beziehen sich auf die Jahre 2015 bis 2019 und wurden vom Landesamt für Gesundheit und Soziales ermittelt.

Zuletzt war im September eine Tuberkulose-Erkrankung (TB) bei einem Häftling im Ber­liner Gefängnis Heidering (Teltow-Fläming) bekannt geworden. Als wahrscheinlich gilt, dass er bereits infiziert war, seine Erkrankung bei der Aufnahme aber nicht erkannt wurde. Der Patient wird nun im Justizvollzugskrankenhaus Berlin behandelt. Wegen der Ansteckungs­gefahr bekamen Inhaftierte und JVA-Mitarbeiter die Möglichkeit, sich auf Tuberkulose untersuchen zu lassen.

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Ein längerer und enger Kontakt ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) oft Vo­raussetzung für eine Ansteckung mit Tuberkulose. Gefängnisinsassen gelten deshalb als Gruppe mit einem erhöhtem Infektionsrisiko. Bei einer bundesweiten RKI-Studie, ver­öffentlicht im März 2018, wurden 41 Prozent von 97 betrachteten Justizvollzugsanstalten mit Medikamenten gegen Tuberkulose beliefert.

Auch außerhalb von Gefängnissen ist Tuberkulose immer noch ein Thema. Im Land Berlin sind laut RKI allein in diesem Jahr bislang rund 276 Fälle gemeldet worden. 2018 waren es in der Hauptstadt 320 Fälle, bundesweit rund 4.330 Fälle. © dpa/aerzteblatt.de

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