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China: Neues Coronavirus als Ursache von Pneumonien ermittelt

Donnerstag, 9. Januar 2020

Coronavirus unter dem Mikroskop. /picture alliance

Peking – Die rätselhaften Pneumonien, an denen in der chinesischen Stadt Wuhan min­destens 59 Menschen erkrankt sind, wurden vermutlich durch ein bisher unbekanntes Coronavirus ausgelöst. Dies haben laut Presseberichten chinesische Forscher herausge­funden. Das Virus sei jedoch weniger ansteckend als das SARS-Coronavirus, heißt es. Eine Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch sei bisher nicht nachgewiesen.

Laut der chinesischen Presseagentur Xinhua hat ein Team um Xu Jianguo von der Chine­si­schen Akademie der Ingenieurwissenschaften in Peking das Virus entdeckt und sein Erb­gut bereits komplett sequenziert. Das Virus wurde dem Bericht zufolge auch unter dem Elektronenmikroskop gesichtet, wo es die typische Gestalt eines Coronavirus gehabt haben soll.

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Das Virus wurde offenbar bei 15 Patienten nachgewiesen. Darunter war ein Patient, der sich inzwischen von der Infektion erholt. Im Blut sei es zu einem 4-fachen Anstieg des Antikörper-Titers gekommen, erklärte der Forscher in einem Interview mit Xinhua.

Der bisherige Verlauf der Epidemie deutet nicht darauf hin, dass es zu einer Epidemie wie ab November 2002 kommt, als sich ein anderes Coronavirus von China ausgehend über Hongkong innerhalb weniger Monate über alle Kontinente ausbreitete. Bis zum Ende der Epidemie im Juli 2003 erkrankten 8.098 Menschen am Schweren Akuten Respiratorischen Syndrom (SARS), von denen 774 starben.

In Wuhan hat es laut Xinhua bisher 59 Erkrankungsfälle, aber noch keinen Todesfall ge­ge­ben. Die ersten Erkrankungen traten bei Personen auf, die auf einem Markt in Wuhan beschäftig waren, auf dem lebende Fische, Tiere und Vögel verkauft wurden. Dieser Markt wurde inzwischen von den chinesischen Behörden geschlossen. Der Marktplatz soll des­infiziert worden sein.

Medienberichte hatten über die betroffene Region hinaus Ängste ausgelöst. In Hongkong waren acht Personen mit Herkunft aus Wuhan wegen Fieber und respiratorischer Sympto­me hospitalisiert worden.

In Südkorea wurde eine Frau aus China, die an einer Lungenentzündung erkrankt war, unter Quarantäne gestellt. In Singapur erlitt ein junges Mädchen dasselbe Schicksal. Bei dem Mädchen wurde inzwischen ein anderes Virus als Ursache ermittelt. © rme/aerzteblatt.de

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