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Keine Abschwächung bei der Grippewelle in Deutschland

Mittwoch, 19. Februar 2020

/dpa

Berlin – Die Grippewelle hat in Deutschland in der zweiten Kalenderwoche begonnen und hält seitdem an. Bis gestern wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) 19.273 labor­diagnostisch bestätigte Influenzafälle übermittelt. Das geht aus dem neuen Wochenbe­richt des Institutes für die siebte Kalenderwoche hervor. Danach ist die Influenza-Aktivi­tät im Vergleich zur Vorwoche stabil geblieben.

Laut dem RKI wurden dem Nationalen Referenzzentrum (NRZ) für Influenzaviren in der siebten Kalenderwoche 2020 183 Proben von 72 Arztpraxen zugesandt. In 116 (63 Pro­zent) von ihnen wurden respiratorische Viren identifiziert.

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Influenzaviren waren in 82 Proben nachweisbar. 52 waren positiv für Influenza A(H1N1)­pdm­09, 25 waren positiv für Influenza A(H3N2) und sechs waren positiv für Influenza B/Victoria-Linie. In einer Probe wurde eine Influenza-Doppelinfektion nachgewiesen.

Die Wissenschaftler des NRZ haben auch geprüft, inwieweit die Antigene der Impf­stämme mit den zirkulierenden Viren übereinstimmen – inwieweit die Impfungen also grundsätzlich das Potential haben, vor der Influenza zu schützen. Dies ist offenbar der Fall.

Allerdings ermöglichen diese Untersuchungen noch keine Aussagen zur Wirksamkeit der Impfstoffe, weil dafür weitere Aspekte wie der Antigengehalt in der Impfdosis, das Impf­schema, die durch den jeweiligen Impfstamm induzierte Dauer der Immunität und indi­viduelle Besonderheiten des Impflings von Bedeutung sind.

Laut RKI ist auch die Aktivität der akuten Atemwegserkrankungen weitgehend konstant geblieben. Insgesamt gab es in der siebten Kalenderwoche laut dem Institut 1.790 Arzt­konsultationen wegen akuter Atemwegserkrankungen pro 100.000 Einwohner, was auf die Bevölkerung in Deutschland bezogen rund 1,5 Millionen Arztbesuchen entspricht. In der Vorsaison 2018/19 wurde der höchste Wert in der siebten Kalenderwoche 2019 mit 1.970 Konsultationen pro 100.000 Einwohner erreicht.

Die Aktivität bei den akuten Atemwegserkrankungen ist gemäß den virologischen Ergeb­nissen der aktuellen Berichtswoche hauptsächlich auf die Zirkulation von Influenzaviren in der Bevölkerung zurückzuführen. In den Wochen vor dem Jahreswechsel wurden die Atemwegsinfektionen dagegen hauptsächlich durch Rhinoviren verursacht.

Insgesamt wurden in der laufenden Grippesaison seit Herbst 2019 79.263 Fälle im Labor bestätigt, davon etwa die Hälfte allein in den vergangenen zwei Meldewochen. 130 Men­schen sind bisher in dieser Saison nachweislich an einer Infektion mit dem Influenzavirus gestorben. Insgesamt wurden bisher knapp 13.300 Erkrankte in Klinken behandelt. Zu Ausbrüchen mit mehr als fünf Fällen kam es dem RKI-Bericht zufolge zum Beispiel in Kindergärten (92), Krankenhäusern (43) und Schulen (25).

Die gemeldeten Grippefälle zeigen nur einen Ausschnitt des tatsächlichen Geschehens. Mehrere Zehntausend Tote in Deutschland werden bei einer heftigen Grippesaison ange­nommen. Bei der schweren Welle im Winter 2017/2018 gingen RKI-Schätzungen zufolge zehn Millionen Arztbesuche in Deutschland auf das Konto der Grippe. © hil/dpa/aerzteblatt.de

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