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Ärzteschaft

Tuberkulose: Behandlung in weiten Teilen der Welt rückständig

Montag, 23. November 2020

Elektronenmikroskopische Aufnahme des Tuberkuloseerregers. /Forschungszentrum Jülich

Genf – Medizinische Innovationen bei der Behandlung der Tuberkulose (Tb) erreichen laut der Hilfsorganisation „‚Ärzte ohne Grenzen“ viele Menschen nicht, weil viele Länder bei der Anpassung ihrer nationalen Politik an die neuen Richtlinien der Weltgesundheits­organisation (WHO) hinterherhinkten.

Das geht aus einem Bericht hervor, den „Ärzte ohne Grenzen“ und die Organisation „Stop TB Partnership - Step Up for Tb“ veröffentlicht haben und in dem sie die Situation in 37 Länder mit hoher Tb-Belastung untersuchen.

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„Anstatt die Tb-Bekämpfung voranzutreiben, laufen wir Gefahr, aufgrund von COVID-19 zurückzufallen“, sagte Sharonann Lynch, Senior Tb Policy Advisor von „Ärzte ohne Gren­zen“. „Wir können nicht genug betonen, wie dringend es jetzt für Regierungen und Spen­der ist, ihre Bemühungen zu intensivieren, damit entscheidende medizinische Innovatio­nen und Instrumente die Menschen mit Tuberkulose erreichen“, drängte sie.

Zum Beispiel setzen 85 Prozent der befragten Länder laut dem Bericht nicht den soge­nannten Point-of-Care-Urin-TB-LAM-Test für die Routinediagnose von Tb bei Menschen mit HIV ein, wie von der WHO empfohlen.

„Als Kliniker, die an vorderster Front der wütenden Tb-Epidemie arbeiten, ist es beunruhi­gend zu sehen, dass der TB-LAM-Test trotz seiner erwiesenen Rolle bei der Rettung des Lebens von Menschen mit HIV nur schleppend in nationale Behandlungsprogramme auf­genommen wird“, sagte Patrick Mangochi, stellvertretender medizinischer Koordinator für „Ärzte ohne Grenzen“ in Malawi.

Tb ist nach wie vor die weltweit häufigste Infektionskrankheit: 2019 werden laut „Ärzte ohne Grenzen“ mehr als zehn Millionen Menschen erkranken und 1,4 Millionen Menschen an dieser Krankheit sterben.

„Endlich stehen uns bessere Medikamente und Tests zur Verfügung, um diese extrem ansteckende, aber heilbare Krankheit zu bekämpfen und zu verhindern, so dass es inak­zep­tabel ist, dass sie noch immer nicht eingesetzt werden, um so viele Leben wie mög­lich zu retten“, sagte Lynch. © hil/aerzteblatt.de

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