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Stigmatisierung von Lungenkrebs könnte Therapien hemmen

Dienstag, 23. März 2021

lungenkrebs - dpa

Mannheim – Die Stigmatisierung von Krankheiten wie Lungenkrebs kann Patienten davon abhalten sich behandeln zu lassen und sich negativ auf die Verbreitung innovativer Therapien auswirken. Das berich­ten Laura Grigolon von der Universität Mannheim und Laura Lasio von der McGill Universität in Montreal in einem Diskussionspapier, das im Rahmen des Sonderforschungsbereiches Transregio 224 entstanden ist.

„Lungenkrebs ist mit einem spezifischen sozialen Stigma behaftet, weil mit ihm Zigarettenkonsum asso­ziiert wird. Er wird häufig als eine Raucherkrankheit betrachtet, die selbst verschuldet und vermeidbar ist“, schreiben sie darin.

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Um die Auswirkungen der Stigmatisierung von Lungenkrebs zu beurteilen, analysierten die Forscher Ver­waltungsdaten von Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium in der kanadischen Provinz Onta­rio über einen Zeitraum von zehn Jahren.

„Alles in allem liefern die Ergebnisse überzeugende Beweise, dass weniger Patienten aufgrund der Stig­matisierung behandelt werden, was wiederum die Verbreitung innovativer Behandlungen bremst und geringere Anreize für Investitionen in Forschung und Entwicklung setzt“, berichten Grigolon und Lasio über ihre Ergebnisse.

Auch wenn soziodemografische Faktoren wie Einkommen, Alter und Gesundheitszustand eine Schlüs­sel­rolle für die Teilnahme an einer Behandlung spielten, sei soziales Stigma ebenfalls ein substantielles Hemmnis für eine Therapie, so die Wissenschaftler.

„Die Beseitigung der sozialen Stigmatisierung würde die Behandlungsraten erhöhen und zu einem An­stieg der Nutzung innovativer Therapien um vier Prozent führen, wobei der Nutzen für das Überleben die zusätzlichen Behandlungskosten überwiegt“, schreiben sie.

Die Wissenschaftler haben ihr Modell auch auf andere Krebsformen angewendet: „Während Dickdarm­krebs mit Blick auf die Folgen einer unterlassenen Behandlung vergleichbar ist mit Lungenkrebs, spielt hier eine Stigmatisierung der Krankheit aber keine Rolle“, stellen sie fest. © hil/aerzteblatt.de

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