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Deutlich mehr Menschen wegen Raucherkrankheiten im Krankenhaus behandelt

Freitag, 28. Mai 2021

/methaphum, stockadobecom

Wiesbaden – In Deutschland werden immer mehr Menschen wegen Lungenkrebs und anderer für Rau­cher typischen Erkrankungen in Kliniken behandelt. 2019 waren deswegen 458.000 Patienten stationär in Behandlung, wie das Statistische Bundesamt heute zum bevorstehenden Weltnichtrauchertag mitteil­te. Damit stieg die Zahl solcher vollstationären Behandlungen binnen zehn Jahren um 18 Prozent.

Rund 211.300 dieser Fälle waren auf einen Lungen- und Bronchialkrebs, auf Kehlkopfkrebs oder Luftröh­renkrebs zurückzuführen. Ursache der Krankenhausbehandlung bei weiteren 246.700 Patienten war eine sogenannte chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Die Patienten waren im Durch­schnitt bei den Krebsdiagnosen 67,3 Jahre und bei der Diagnose COPD 70,5 Jahre alt.

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Lungen- und Bronchialkrebs war 2019 auch die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Knapp 77.600 Menschen starben an den Folgen dieser Erkrankungen, die mit dem Rauchen in Verbindung gebracht werden.

Bei Frauen stieg das Risiko, an Lungen- und Bronchialkrebs zu sterben, zwischen 2010 und 2019 sogar um 24 Prozent. Betraf diese Todesursache im Jahr 2010 noch knapp 33 Frauen je 100.000 Einwohner, so waren es 2019 schon 40 Frauen je 100.000 Einwohner. Bei Männern war das Risiko zwar nach wie vor höher. Jedoch sinken die Zahlen. 2019 starben noch 68 Männer je 100.000 Einwohner an einer solchen Krebserkrankung.

Insgesamt rauchen den Angaben zufolge noch jeder vierte Mann und jede fünfte Frau in Deutschland. Zu den Nichtrauchern zählten laut den aktuellsten Zahlen von 2017 insgesamt gut drei Viertel (78 Prozent) der Bevölkerung über 15 Jahren. 58 Prozent gaben an, überhaupt noch nie eine Zigarette angefasst zu haben.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Zigaretten sank insgesamt deutlich. Konsumierte beispielsweise im Jahr 2011 im Schnitt noch jeder Erwachsene 1.305 Zigaretten, waren es 2020 nach vorläufigen Zahlen noch 1.063 – ein Rückgang um knapp 19 Prozent. Bei Zigarren und Zigarillos wurden 2020 im Schnitt noch jährlich 39 Stück pro Kopf verbraucht. Das waren 37 Prozent weniger als im Jahr 2011.

Der Verbrauch von Pfeifentabak hat sich dagegen seit 2011 mehr als versechsfacht – von 14 auf 86 Gramm pro Kopf im vergangenen Jahr. Ursache dafür ist die wachsende Nachfrage nach Wasserpfeifen­tabak und Tabakprodukten für sogenannte elektrische Erhitzer.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, verwies heute darauf, dass Tabakpräven­tion und Regulierung eine der zentralen Aufgaben seien, wenn es um aktiven Jugend- und Gesundheits­schutz in Deutschland gehe.

Sie habe sich erfolgreich seit ihrem ersten Tag im Amt an für ein weitgehendes Tabakwerbeverbot inklu­sive Erhitzern und Verdampfern eingesetzt. „Dennoch sind wir noch nicht am Ziel, denn wir müssen ge­ra­de diejenigen erreichen, die meinen, sie würden keinen Rauchausstieg mehr schaffen. Das sei aber ein Trugschluss“, so Ludwig.

Sie betonte, mit der richtigen Unterstützung habe jeder eine „sehr reale Chance“ auf ein rauchfreies Le­ben. Die Bundesinitiative mit allen „Big Playern“ des deutschen Gesundheitswesens bündele bestehende und neue Hilfsangebote. © afp/may/aerzteblatt.de

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