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Ärzteschaft

Fachgesellschaft weist auf neue S1-Leitlinie zu Long COVID hin

Donnerstag, 19. August 2021

nausea Kopf Robert Kneschke adobe.stock.com

Berlin – Die Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) weist auf die jüngst erschienene S1-Leitlinie Post COVID/Long COVID hin, die unter ihrer Federführung entstanden ist.

„Die Leitlinie versteht sich als klinisch-praktischer Leitfaden für die Diagnose und Therapie einer Post-COVID- oder Long-COVID-Erkrankung“, sagte Michael Pfeifer, Pastpräsident der DGP.

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Die Empfehlungen richteten sich an Hausärzte, die bei neu auftretenden Beschwerden oft als erste An­laufstelle fungierten und über die weiteren Behandlungspfade entschieden, und an Ärzte unterschied­licher Fachrichtungen, die mit den vielfältigen Coronafolgen konfrontiert seien.

„Bereits die Diagnose ist oft eine Herausforderung, denn Long COVID ist nicht an einen schweren Krank­heitsverlauf von COVID-19 gebunden“, betonte Pfeifer. Auch sehr milde Verläufe könnten zu Spätsymp­tomen führen, die dann nicht zwangsläufig mit COVID-19 in Verbindung gebracht würden.

Laut Fachgesellschaft leiden bis zu 15 Prozent der akut Erkrankten noch über die vierte, teilweise auch über die zwölfte Woche nach Krankheitsbeginn hinaus unter einem oder mehreren COVID-19-beding­ten Symptomen.

Die Leitlinienautoren weisen daraufhin, dass sie aufgrund der häufig noch begrenzten Datenlage noch keine auf formaler Evidenz beruhenden Empfehlungen geben können. Vielmehr basiere die Leitlinie auf dem informellen Konsens der beteiligten Experten. „Viele Fragen zu Diagnose und Therapie von Long COVID sind noch offen“, erläuterte Pfeifer.

Monika Nothacker, stellvertretende Leiterin des Instituts für Wissenschaftliches Wissensmanagement der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, wies daraufhin, dass die Erstellung der S1-Leitlinie zu Post COVID/Long COVID von der Anmeldung bis zur Veröffentlichung nur dreieinhalb Monate benötigt habe.

Dies sei nur durch das hohe ehrenamtliche Engagement des Koordinators zusammen mit den beteiligten Experten aus 21 Fachgesellschaften, Organisationen und Institutionen sowie durch gestraffte Abläufe im AWMF-Leitlinienregister möglich gewesen, so Nothacker. © hil/aerzteblatt.de

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