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USA: FDA lässt erstmals E-Zigarette zu

Donnerstag, 14. Oktober 2021

/lassedesignen, stock.adobe.com

Silver Spring/Maryland – Die Arzneimittelbehörde FDA, die in den USA zu den schärfsten Kritikern der Tabakindustrie gehört, hat erstmals eine E-Zigarette und die dazugehörigen Liquids zugelassen. Herstel­ler ist ein Tochterunternehmen von R.J. Reynolds, dem zweitgrößten Tabakkonzern des Landes (der wiederum zum weltgrößten Anbieter British American Tobacco gehört). Mehrere kleinere Hersteller von E-Zigaretten waren kürzlich mit ihren Anträgen gescheitert.

Die FDA bemüht sich seit Jahren um eine Regulierung von Tabakprodukten. Seit 2015 steht ihr als Instrument die „Premarket tobacco application“ (PMTA) zur Verfügung. Alle neuen Anbieter von Tabak­produkten müssen sich seither um eine Zulassung bemühen.

Geschafft hat dies bisher nur „Swedish Match AB“, der mit Erlaubnis der FDA seinen Oraltabak in den USA verkaufen darf. Der schwedische Hersteller hatte die FDA überzeugt, dass sein „Snus“ weniger gefährlich ist als Tabakzi­garetten, die den Körper mit jedem Lungenzug mit unzähligen toxischen und krebserregenden Substanzen fluten.

Jetzt ist dies auch R.J. Reynolds mit der E-Zigarette „Vuse“ gelungen, die angeblich Rauchern helfen kann, auf Tabakzigaretten zu verzichten, indem sie sich die Nikotindroge über den Dampf einer E-Zigarette zuführen. Mit welchen Studien der Hersteller die FDA überzeugte, dass „die Vermarktung seiner Produkte zum Schutz der öffentlichen Gesundheit geeignet ist“, bleibt unklar.

Aus der Pressemitteilung von British American Tobacco lässt sich schließen, das in den Studien gezeigt wurde, dass Raucher nach dem Wechsel auf die E-Zigarette seltener zu Tabakzigaretten greifen oder eventuell ganz darauf verzichten. Einzelheiten zu den Studienergebnissen werden nicht genannt.

Die FDA hat auch 2 „E-Liquid“-Kartuschen zugelassen, ohne die E-Zigaretten nicht betrieben werden können. Beide haben die Geschmacksrichtung Tabak, die den Rauchern offenbar den Umstieg erleichtern soll. 10 weiteren Liquids mit anderen Aromen wurde die Zulassung dagegen verweigert.

Welche Aromen dies sind, teilte die FDA nicht mit. Dies war der Behörde von den Anwälten des Herstel­lers verboten worden, der den Mitbewerbern die Zulassung ihrer eigenen Liquids offenbar nicht dadurch erleichtern will, dass bekannt wird, was geht und was nicht geht.

Im August hatte die FDA die Zulassung aromatisierter Liquids mehrerer kleinerer Unternehmen wie JD Nova Group, Great American Vapes und Vapor Salon untersagt mit dem Hinweis, dass „aromatisierte Tabakerzeugnisse für junge Menschen sehr attraktiv“ seien. Dies ist allerdings auch bei Vuse der Fall.

Kritiker werfen dem Herstellern von E-Zigaretten vor, dass ihre Produkte nicht nur Tabakraucher zum Umstieg motivieren könnten. Sie könnten möglicherweise auch für die nächste Generation die Einstiegs­droge für die Nikotinsucht sein, die dann später durch Tabakzigaretten befriedigt wird.

Die FDA weist in der Pressemitteilung warnend darauf hin, dass die „National Youth Tobacco Survey“ 2021 ergab, dass etwa 10 % der Highschool-Schüler, die derzeit E-Zigaretten verwenden, „Vuse“ als ihre übliche Marke nannten. Ob dies die Tür für ein späteres Verbot offenhalten soll, lässt sich von außen nicht beurteilen. Der Tabakkonzern dürften jedoch alle legalen und politischen Mittel ausschöpfen, um dies zu verhindern.

© rme/aerzteblatt.de

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