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Junge Berufstätige fallen wegen akuter Atemwegserkrankungen aus

Montag, 13. Dezember 2021

/picture alliance / Eibner-Pressefoto, Fleig

Berlin – Immer mehr junge Berufstätige werden aufgrund akuter Atemwegserkrankungen krankgeschrie­ben. Das geht aus einer heute vorgelegten Analyse aus Daten von Barmer hervor. Demnach waren in der dritten Novemberwoche (14. November bis 20. November) rund 51 von 1.000 unter 20-Jährigen aufgrund einer Atemwegserkrankung arbeitsunfähig.

Damit waren es doppelt so viele wie bei den 20- bis 29-Jährigen mit rund 25 von 1.000 Beschäftig­ten. Auch alle älteren Arbeitnehmer waren deutlich seltener aufgrund dieser Diagnose krankgeschrieben.

„Die Grippe- und Erkältungswelle ist im vergangenen Winter sehr moderat verlaufen. Denn die Abstands- und Hygieneregeln zum Schutz vor Corona haben das Ansteckungsrisiko insgesamt gesenkt“, erklärte Ur­sula Marschall, Leitende Medizinerin bei der Barmer. Dass die jüngste Gruppe der Beschäftigten so viel stärker betroffen ist, mag auch mit deren Lebensgewohnheiten zu tun haben

In dieser Altersgruppe gehöre der Kontakt mit Gleichaltrigen zum Alltag und sei wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens. In Pandemiezeiten führe jedoch eine hohe Kontaktfrequenz mit größeren Gruppen auch zu einer höheren Krankheitsaktivität.

Laut der Barmer-Analyse gibt es beim Auftreten von Atemwegsinfektionen nicht nur Altersunterschiede, sondern auch große regionale Differenzen. In der dritten Novemberwoche waren laut den Daten insbesondere Menschen in Sachsen mit 35,5 je 1.000 Versicherte, Thüringen (32,1) und Sachsen-Anhalt (27,9) aufgrund einer Atemwegserkrankung krankgeschrieben. Hingegen lag die Betroffenenrate im selben Zeitraum beispielsweise in Bremen bei 14,8 von 1.000 Versicherten und war damit weniger als halb so hoch.

Die deutlichen regionalen Unterschiede beim Auftreten von Atemwegserkrankungen könne man nicht allein medizinisch erklären, so Marschall. Hier seien unterschiedliche Einflussgrößen zu berücksichtigen. Die strikte Einhaltung der AHA-Regeln sei jedoch wichtiger denn je, insbesondere in Hinblick auf die massive Zunahme der Corona-Neuinfektionen. © EB/aha/aerzteblatt.de

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