MedizinPneumologieAktuelles PneumologieVor allem bei Jüngeren mehr Todesfälle durch COVID-19 als durch Grippe
Aktuelles
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Vor allem bei Jüngeren mehr Todesfälle durch COVID-19 als durch Grippe

Dienstag, 24. Mai 2022

/Matthieu, stock.adobe.com

London – In England und Wales sind nach Angaben des Office for National Statistics (ONS) seit März 2020 mehr als 4 Mal so viele Menschen an COVID-19 als an Grippe und Pneumonie verstorben. Am meisten scheint das Risiko demnach bei den 40- bis 79-Jährigen zugenommen zu haben.

COVID-19 ließ sich bei mehr als 148.000 Todesfällen in England und Wales zwischen dem 13.3.2020 und dem 1.4.2022 als Ursache identifizieren. Im gleichen Zeitraum verstarben etwa 35.000 Menschen an Grippe und Pneumonie.

Insgesamt verteilten sich die COVID-19-bedingten Todesfälle gleichmäßiger über die Altersgruppen als die grippe- und pneumoniebedingten Todesfälle.

So fiel das mittlere Alter der an COVID-19 Verstorbenen in England und Wales niedriger aus. Im Sommer 2021 lag es bei 73 Jahren, stieg seitdem aber wieder an, da die Mehrheit der Bevölkerung vollständig geimpft ist, vermutet das ONS.

Zwischen März 2020 und März 2022 traten weiterhin fast 3/4 (73,7 %) der grippe- und pneumoniebedingten Todesfälle in England und Wales bei Menschen ab 80 Jahren auf. Bei den COVID-19-bedingten Todesfällen waren es dagegen weniger als 2/3 (58,3 %).

Im Januar 2021 – auf dem Höchststand der COVID-19-bedingten Todesfälle – sind an COVID-19 etwa 32 Mal mehr 40- bis 59-Jährige und 60- bis 79-Jährige als an Grippe und Pneumonie verstorben. Bei den ab 80-Jährigen waren es 16 Mal und den unter 40-Jährigen 14 Mal so viele.

Unabhängig vom Alter starben 2020 fast 74.000 Menschen in England und Wales an COVID-19, 2021 waren es ungefähr 67.000. Vergleichbare Zahlen von Todesfällen aufgrund von Grippe und Pneumonie gab es zuletzt mit mehr als 73.000 Opfern 1929.

Seit Einführung der Grippeimpfung im Jahr 2000 lag die Zahl der influenzabedingten Todesfälle bei durch­chnittlich weniger als 30.000 jährlich. 2020 sank die Zahl der jährlichen Grippetoten erstmals seit 1948 auf unter 20.000, um 2021 ein Rekordtief von ungefähr 16.000 zu erreichen.

Eine weitere ONS-Analyse zeigte jedoch einen deutlichen Anstieg der Todesfälle im Winter 2020/2021. In diesem Winter starben weitaus mehr Menschen an COVID-19, Grippe und Pneumonie als in den Jahren vor der Coronapandemie an Grippe und Pneumonie.

Im vergangenen Winter (Dezember 2021 bis März 2022) sank die Zahl der COVID-19-Toten mehr auf das Niveau der Grippe- und Pneumonietoten in den vorpandemischen Jahren. Dennoch verstarben in diesem Zeitraum immer noch mehr als doppelt so viele Menschen an COVID-19 als an Grippe und Pneumonie.

Da der 1. Peak der COVID-19-bedingten Todesfälle im Frühjahr 2020 aufgetreten ist und sich daher nicht in einer Analyse der Wintermortalität erfassen lässt, ist es dem ONS zufolge noch zu früh, um definitiv sagen zu können, ob es ein saisonales Muster für COVID-19 ähnlich wie bei Grippe und Pneumonie gibt. © aks/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS

Stellenangebote

    NEWSLETTER