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Politik

Auch bei starken Rauchern kann Lungenkrebs Berufskrankheit sein

Donnerstag, 30. März 2017

/ehabeljean, stock.adobe.com

Kassel – Auch bei starken Rauchern kann im Einzelfall Lungenkrebs als Berufskrankheit anerkannt werden. Entscheidend ist die Frage der überwiegenden Wahrscheinlichkeit der Er­kran­­kung, entschied heute das Bundessozialgericht in Kassel (Az. B 2 U 6/15 R).

Im Streitfall hatte ein Mann von 1977 bis 1985 als Schweißer bei Thyssen-Krupp in Dillen­burg gearbeitet. Dort war er Chrom, Nickel und Asbest ausgesetzt. Er war aber auch star­­ker Raucher – 30 Jahre lang hatte er täglich eine Schachtel geraucht. Der Mann be­kam Bronchialkrebs und starb 2013. Seine Ehefrau beantragte bei der Metall­berufsge­nossenschaft die Anerkennung als Berufskrankheit, um so eine Hinterblie­be­nen­rente zu erhalten. Die Berufsgenossenschaft winkte ab. Angesichts des langjähri­gen starken Zi­garetten­kon­sums sei die Ursache der Krebserkrankung eindeutig.

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Wie nun das BSG entschied, kommen die Berufsgenossenschaft und im Streitfall auch die Gerichte aber auch bei starken Rauchern nicht darum herum, die wesentliche Ursa­che der Krebserkrankung zu ermitteln. Hier habe die Asbestbelastung zwar noch nicht die für eine Anerkennung als Berufs­krank­heit notwendige Schwelle überschritten.

Das Hessische Landessozialgericht (LSG) habe aber festgestellt, dass die Chrombelas­tung „mit überwiegender Wahrscheinlichkeit“ zu der Erkrankung beigetragen habe. Dem­ge­gen­über habe das LSG jedenfalls nicht formal korrekt festgestellt, dass das Rauchen die Hauptursache der Erkrankung war. Daher stehe der Witwe eine Hinterbliebenen­ver­sor­gung zu. © afp/aerzteblatt.de

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