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Neue S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Asthma

Dienstag, 20. März 2018

Asthma Spray /dpa
Ist die Verengung der Bronchien durch Inhalation eines antiasthmatischen Medikaments vollständig reversibel, besteht an der Asthmadiagnose kein Zweifel. /dpa

Dresden – Eine aktualisierte S2k-Leitlinie zu Asthma, die im Dezember 2017 publiziert wurde, ersetzt die bisher für den deutschen Sprachraum gültige Version aus dem Jahr 2006. Änderungen betreffen sowohl die Therapie bei leicht-und mittelgradiger Erkrankung als auch bei schweren Asthmaformen. Die Leitlinie wurde beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in Dresden vorgestellt und diskutiert.

Inhalative Antiasthmatika als erste Wahl

Basis der Asthmatherapie sind unverändert inhalative Glukokortikoide (ICS), die Entzündungsprozesse unterbinden. „Im Vergleich zur letzten Fassung empfiehlt die neue Asthma-Leitlinie jetzt ohne Wenn und Aber inhalative Antiasthmatika als Mittel der ersten Wahl für Patienten mit leicht-und mittelgradiger Erkrankung“, sagt Roland Buhl, Leiter des Schwerpunktes Pneumologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Asthma gehört mit mehr als 5 Millionen Patienten zu den häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland. Mehr als 10 % aller Kinder und Jugendlichen und etwa 5 % aller Erwachsenen leiden an Asthma.

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Ist durch ICS keine Asthmakontrolle möglich, wird die Behandlung um ein inhalatives langwirksames Beta2-Mimetikum (LABA) ergänzt, ein die Bronchien für bis zu 24 Stunden erweiterndes Medikament. Diese Dauerbehandlung wird durch die Gabe von rasch wirksamen Bronchodilata­toren ergänzt, die der Patient nur bei Bedarf inhaliert. Eine für viele Patienten besonders einfache Asthmabehandlung besteht in einem Kombinationspräparat eines inhalativen Glukokortikoids mit einem lang wirksamen Beta2-Mimetikum.

Monoklonale Antikörper ergänzen inhalative Therapie bei schwerem Asthma

Ebenfalls neu im Vergleich zur letzten Fassung der Leitlinie sei die Definition des allergischen und des eosinophilen Asthmas als wichtigste Asthmaform, erklärt Buhl. Bei schwerem allergischen und eosinophilen Asthma soll die inhalative Therapie durch monoklonale Antikörper ergänzt werden, die sich gegen zugrunde liegende Entzündungsmediatoren richten. „Vielen Patienten bleiben so die bei schwerer Erkrankung früher häufig erforderliche Behandlung mit Cortison als Tabletten und die dadurch verursachten schwerwiegenden Nebenwirkungen erspart.“

Die neue Asthma-Leitlinie enthält darüber hinaus evidenzbasierte Empfehlungen zur nichtmedikamentösen Asthmatherapie. Dazu zählen unter anderem Patienten­schulungen, Physiotherapie und Rehabilitation zum Umgang mit typischen Asthma-Begleiterkrankungen (zum Beispiel Allergie, Schlafstörungen, Raucherlunge), zur Asthmaprävention (Allergenvermeidung), zur Diagnose und Behandlung des beruflich bedingten Asthmas und zum Management der Asthmaerkrankung in der Schwangerschaft.

Bei der Mehrzahl der Patienten ist Asthma Folge einer Allergie gegen Aeroallergene (vor allem Pflanzenpollen, Milben, Tierhaare), aber vor allem bei Erwachsenen kann ein Asthma auch durch nichtallergische Trigger ausgelöst werden. Bei typischen Beschwerden diagnostiziert der Arzt Asthma, indem er eine Verengung der Bronchien mittels Messung der Lungenfunktion nachweist. Ist diese Verengung durch Inhalation eines antiasthmatischen Medikaments vollständig reversibel, besteht an der Asthmadiagnose kein Zweifel. Liegen dagegen keine Verengung und auch keine messbare Überempfindlichkeit der Bronchien vor, ist die Diagnose Asthma sehr unwahrscheinlich. Im Graubereich zwischen Bestätigung oder Ausschluss von Asthma ist eine definitive Diagnose häufig erst durch eine Verlaufsbeurteilung möglich. © gie/aerzteblatt.de

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