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Mukoviszidose: Antibiotika­resistenzen können sich innerhalb weniger Tage entwickeln

Freitag, 22. November 2019

/Miroslav Beneda, stock.adobe.com

Kiel – Der häufige Einsatz von Antibiotika fördert bei Patienten mit Mukoviszidose die Entwicklung von resistenten Bakterien. Bei 2 Patienten, deren Atemwegssekrete im Rahmen einer Studie mehrmals täglich untersucht wurden, vergingen laut einem Bericht im Journal of Antimicrobial Chemotherapy (2019; 74: 2916–2925) keine 3 Tage, bis sich gegen Ceftazidim resistente P. aeruginosa ausbreiteten.

Die prinzipiellen Mechanismen der Resistenzevolution sind experimentell gut erforscht. Eine hohe Zahl der Erreger und die Mutationsrate führen dazu, dass sich früher oder später resistente Keime bilden, die sich dank der Einwirkung der Antibiotika vermehren können, während die sensiblen Keime abgetötet werden. Im Labor, wo die Wachstumsbedingungen für die Bakterien ideal sind, können sich Resistenzen innerhalb weniger Stunden ent­wickeln.

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Ein Team um Hinrich Schulenburg von der Universität Kiel hat jetzt in einer Studie die Evolution der Resistenzentwicklung im menschlichen Körper untersucht. Die Studie wurde an Patienten mit Mukoviszidose durchgeführt, da diese infolge der Sekretstörung in der Lunge häufig an bakteriellen Infektionen leiden.

Bei den Patienten wurde wegen einer Infektion mit P. aeruginosa eine 14-tägige Behand­lung mit Meropenem und Ceftazidim durchgeführt. Die Forscher untersuchten sechsmal täglich das Sputum der Patienten. Die Bakterienlast mit P. aeruginosa wurde durch eine quantitative Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) bestimmt. Durch die Sequenzierung des bakteriellen Genoms konnten die Forscher die Ausbreitung rekonstruieren.

Bei 2 Patienten vergingen nur ein bis 3 Tage, bis erste resistente P. aeruginosa im Sputum nachweisbar waren. Vor allem das Beta-Laktam Ceftazidim, ein häufig eingesetztes Breitspektrumantibiotikum, erwies sich laut Schulenburg als anfällig. Anhand der Genom-Analyse konnten die Forscher beobachten, wie sich die resistenten Keime ausbreiteten und andere sensible Keime verdrängten. Unklar ist, ob es unter der Behandlung zu neuen Mutationen kam oder ob sich Bakterien mit vorbestehenden Mutationen dank der Antibiotika schneller ausbreiten konnten. © rme/aerzteblatt.de

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