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Bremsstaub kann gleichermaßen schädlich auf Immunzellen wirken wie Dieselabgase

Montag, 13. Januar 2020

Bremsabriebstaub enthält winzige, metallreiche Partikel, die bis in die tiefsten Regionen der Lunge eingeatmet werden können (Aufnahme mit dem Elektronenmikroskop bei 1.000-facher Vergrößerung). /L Selley, University of Cambridge
Bremsabriebstaub enthält winzige, metallreiche Partikel, die bis in die tiefsten Regionen der Lunge eingeatmet werden können (Aufnahme mit dem Elektronenmikroskop bei 1.000-facher Vergrößerung). /L Selley, University of Cambridge

Leicester – Metallpartikel aus dem Abrieb von Bremsbelägen, die bis zu 1/5 des Fein­staubs (PM2,5) am Straßenrand verursachen, können Entzündungen verursachen. Die Wirkung von Immunzellen würde dadurch ähnlich wie bei Dieselabgasen verringert, heißt es in einer Studie in Metallomics (2020; doi: 10.1039/C9MT00253G).

Schätzungen zufolge sind nur 7 % der PM2,5-Belastung durch den Verkehr auf Auspuff­ab­gase zurückzuführen. Der Rest kommt durch Reifen-, Kupplungs- und Bremsenverschleiß (etwa 20 %) sowie das Aufwirbeln von Straßenstaub zustande.

Frühere Forschungen konnten bei Schweißern und Gießereiarbeitern erhöhte Raten für Lungenentzündungen zeigen. Dafür wurden winzige Partikel verantwortlich gemacht, die reich an Metallbestandteilen sind. Da auch Bremsstaub viele Metallpartikel enthält, woll­ten die Forscher um Liza Selley von der University of Cambridge in Leicester testen, ob die im Bremsstaub enthaltenen Metallpartikel eine ähnliche Wirkung auf das Immun­sys­tem haben können.

Sie untersuchten Staub aus einer Bremsbelagfabrik, die eine breite Palette von Bremsen von Bussen und Lastwagen prüfen, die derzeit in Europa eingesetzt werden. Um ihre Wir­kung auf Immunzellen zu testen, züchteten die Forscher Makrophagen, die sie 24 Stun­den Partikeln aus Dieselabgasen beziehungsweise Bremsstaub aussetzten (jeweils 4 bis 25 μg/ml). Sowohl Diesel- als auch Bremspartikel reduzierten in Gegenwart von Staphy­lo­coccus aureus die Fähigkeit der Makrophagen, diese Bakterien aufzunehmen und zu vernichten.

Die Dieselpartikel, die hier zum Vergleich mit den Bremspartikeln genutzt wurden, seien bereits seit vielen Jahre sehr gut untersucht und hätten nachweislich am Menschen klare nachteilige Wirkungen auf das Immunsystem, erläuterte Barbara Hoffmann, Leiterin der Umweltepidemiologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. „Wir können daher davon ausgehen, dass die Wirkungen der Partikel vom Bremsabrieb, die denen der Diesel­partikel im Labor sehr ähnlich sind, ebenfalls in der Bevölkerung existieren.“

Ein bloßes Umstellen des Verkehrs vom Verbrennungsmotor auf Elektroantriebe greift zu kurz. Barbara Hoffmann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

Ein Großteil der Forschung über die Auswirkungen der verkehrsbedingten Luftverschmut­zung habe sich auf die Auswirkungen von Partikeln von Dieselfahrzeugen konzentriert, schreiben die Autoren der Studie.

Eine alleinige Fokussierung auf die Abgase für eine effektive Prävention von verkehrsbe­dingten Gesundheitseffekten durch Luftverschmutzung reiche aber nicht aus, ist auch Hoffmann überzeugt. „Ein bloßes Umstellen des Verkehrs vom Verbrennungsmotor auf Elektroantriebe greift zu kurz“, führte die Umweltwissenschaftlerin aus und spricht sich für eine umfassendere Verkehrspolitik aus.

Metallchelatoren stoppen Wirkung auf Immunsystem

In ihrer Studie gelang es den Forschern zudem, durch Zusatz von Metallchelatoren, die Metallionen binden können, die negativen Auswirkungen auf die Immunzellen zu verhin­dern. Dies sei ein weiterer Hinweis, dass der Metallgehalt des Partikelstaubs als Verur­sacher deklariere.

Bremsstaub und Dieselabgase enthalten viele gemeinsame Metallpartikel, etwa Arsen, Zinn und Antimon. Als Hauptverursacher vermuten die Forscher jedoch Vanadium. Denn es war das einzige Metall, das mit zunehmender Dosis an Bremsstaub und Dieselab­gas­partikeln zunehmend von den Zellen aufgenommen wurde.

Diese Forschungen wurden in Zellen im Labor durchgeführt. Um die Auswirkungen von Bremsstaubpartikeln beim Menschen gänzlich zu verstehen, sind weitere Forschungen notwendig. © gie/aerzteblatt.de

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Avatar #808841
emeko
am Dienstag, 14. Januar 2020, 14:18

Bremsstaub

E-Autos bremsen zu 90 % elektrisch, Hybrid autos dagegen kaum.
Das ist je nach Fahrweise natürlich unterschiedlich, jedoch beim Fahren im ECO betrieb wird die Mechanische Bremse nur bei Notbremsungen aktiv.
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