MedizinPneumologieStudien PneumologieReinigungsmittel im Haushalt können Asthmaerkrankungen im Kindesalter fördern
Studien
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Reinigungsmittel im Haushalt können Asthmaerkrankungen im Kindesalter fördern

Mittwoch, 19. Februar 2020

/VadimGuzhva, stock.adobe.com

Vancouver – In Haushalten, in denen viele Reinigungsmittel benutzt werden, erkranken die Kinder in den ersten 3 Lebensjahren häufiger an Atemwegsbeschwerden und Asthma. Dies kam in einer prospektiven Beobachtungsstudie im Kanadischen Ärzteblatt (CMAJ 2020; 192: E154-61) heraus. Ein erhöhtes Risiko auf Atopien wurde nicht gefunden.

Reinigungsmittel gelten als mögliche Auslöser eines allergischen Asthmas bronchiale, das im Erwachsenenalter gelegentlich auch als Berufserkrankung anerkannt wird. In Haushalten werden Kleinkinder, die sich viel auf dem Fußboden bewegen, häufiger mit Reinigungsmitteln exponiert, vor allem wenn diese Duftstoffe enthalten. Die ersten Lebensjahre gelten als eine vulnerable Phase, in der viele Asthmaerkrankungen ihren Anfang nehmen.

Ein Team um Tim Takaro von der Simon Fraser Universität in Vancouver hat an den Daten der CHILD-Studie („Canadian Healthy Infant Longitudinal Development“) untersucht, ob Kinder in Haushalten, in denen häufig Reinigungsmittel verwendet werden, ein erhöhtes Risiko auf Asthmaerkrankungen haben.

Die CHILD-Studie begleitet 3.455 Kinder aus 4 kanadischen Großstädten seit der Schwangerschaft ihrer Mütter in den Jahren 2009 bis 2012. Im Alter der Kinder von 3 bis 4 Monaten füllten die Eltern einen Fragebogen zu den im Haushalt benutzten Reini­gungs­mitteln und die Häufigkeit ihrer Benutzung aus. Die Forscher haben die Antworten mit der Häufigkeit von Atemwegserkrankungen und Atopien der Kinder im Alter von 3 Jahren in Beziehung gesetzt.

Ergebnis: In den Haushalten mit einem häufigen Einsatz von Reinigungsmitteln kam es in den ersten Lebensjahren häufiger zu asthmaartigen Atembeschwerden („wheezing“), und die Diagnose einer Asthmaerkrankung wurde öfter gestellt als in Haushalten mit einem sparsamen Einsatz.

Die Forscher unterteilten die Haushalte nach der Häufigkeit des Einsatzes in 4 Gruppen (Quartile). Die Häufigkeit von „wheezing“ stieg mit jeder Quartile um 35 % an. Takaro ermittelt für den Interquartilabstand eine adjustierte Odds Ratio von 1,35, die mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,11 bis 1,64 signifikant war. Für ein rezidivierendes „wheezing“ mit einer Atopie betrug die adjustierte Odds Ratio 1,49 (1,02 bis 2,16) und für eine Asthmadiagnose bis zum 3. Lebensjahr 1,37 (1,09 bis 1,70). Für eine Atopie konnte Takaro kein signifikant erhöhtes Risiko (Odds Ratio 1,14; 0,96 bis 1,35) nachweisen.

Die höchsten Odds Ratios fanden die Forscher für Lufterfrischer („air freshener“) sowie für Reinigungssprays. Sie vermuten, dass die volatilen Reinigungsmittel von den Kindern eingeatmet werden und in den Atemwegen zu Irritationen führen, die dann die Entwicklung eines Asthmas anstoßen.

Eine weitere mögliche Pathogenese wird von den Autoren nicht diskutiert: Der häufige Einsatz von Reinigungsmitteln könnte in der Wohnung die Antigene beseitigen, die in den ersten Monaten vom Immunsystem für eine Toleranzentwicklung benötigt werden. Nach der sogenannten Hygienehypothese ist der Mangel an Antigenen im Haushalt eine wichtige Ursache von allergischen Erkrankungen. © rme/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
NEWSLETTER