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NSCLC: 2 Checkpoint-­Inhibitoren plus Chemotherapie mit anhaltender Wirksamkeit

Freitag, 18. Juni 2021

/appledesign, stock.adobe.com

Alexandria – Die Therapie des nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms hat in den letzten Jahren rapide Fortschritte gemacht: Tumoren mit Treibermutationen in bestimmten Genen können mit zielgerichteten Substanzen behandelt werden, und die übrigen Patienten profitieren mittlerweile von einer Reihe zuge­lassener Immuncheckpoint-Inhibitoren.

Beim virtuellen Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurden beispielsweise Follow-up-Daten der CheckMate-9LA-Studie präsentiert, auf deren Basis eine Kombination aus 2 solchen Immuntherapien und einer kurzen Chemotherapie zugelassen worden ist.

Die Kombination aus 2 Immuncheckpoint-Inhibitoren – dem PD-1-Inhibitor Nivolumab und dem CTLA-4-Inhibitor Ipilimumab –, die unterschiedliche, aber einander ergänzende Wirkmechanismen aufweisen, hat sich bei einer Reihe von Tumorentitäten positiv auf die Prognose ausgewirkt – neben Melanom, Nieren­zell­karzinom und Mesotheliom auch beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC).

In der globalen Phase-III-Studie CheckMate-9LA war diese Immuntherapiedoublette bei Patienten mit NSCLC ohne aktivierende Mutationen des EGFR- und des ALK-Gens mit 2 Zyklen einer Chemotherapie kombiniert worden und hatte gegenüber einer reinen Chemotherapie (4 Zyklen) Gesamt- und progres­sionsfreies Überleben sowie die Ansprechraten signifikant verbessert (Lancet, 2021; DOI: 10.1016/S1470-2045(20)30641-0).

Auf der Basis dieser Daten ist die Kombination mittlerweile für diese Indikation zugelassen. Beim ASCO-Kongress stellte Martin Reck, Großhansdorf, nun die 2-Jahres-Auswertung vor, die die 1. Analyse weit­gehend bestätigte (JCO, 2021; DOI: 10.1200/JCO.2021.39.15_suppl.9000; ClinicalTrials.gov: NCT03215706).

Mehr als 700 Patienten waren randomisiert worden, entweder 4 3-wöchige Zyklen einer Chemo­therapie oder 2 solche Zyklen und dazu für maximal 2 Jahre alle 3 Wochen 360 mg Nivolumab und alle 6 Wochen 1 mg/kg Ipilimumab zu erhalten. Im Chemotherapiearm konnte bei Nicht-Plattenzell-Histologie ergän­zend Pemetrexed zur Erhaltung gegeben werden

Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben, und hier war der Immuntherapiearm mit median 15,8 versus 11,0 Monaten signifikant überlegen (Hazard Ratio 0,72; 95 %-Konfidenzintervall 0,61–0,86); nach 2 Jahren waren noch 38 % der Patienten im Verum– gegenüber 26 % derer im Kontrollarm am Leben.

Die Ergebnisse waren weitgehend für alle untersuchten Subgruppen vergleichbar; Patienten mit Hirnme­tas­tasen schnitten tendenziell sogar besser ab als diejenigen ohne, lediglich über 75-Jährige und Nie-Raucher schienen keinen Vorteil von der Immuntherapie zu haben, aber diese Subgruppen waren relativ klein.

Auch beim progressionsfreien Überleben (2-Jahres-Raten 20 % vs. 8 %) und bei der Dauer des Ansprech­ens (2-Jahres-Raten 34 % vs. 12 %) schnitt die Immuntherapie deutlich besser ab. Diese Überlegenheit war bezüglich aller 3 Zielparameter auch unabhängig von der PD-L1-Expression in den Tumoren: Auch Patienten mit PD-L1-Werten < 1 %, also fehlender Expression, wiesen etwa beim Gesamtüberleben mit median 17,7 versus 9,8 Monaten (HR 0,67; 95 %-KI 0,51 – 0,88) einen klaren Vorteil unter der Immun­therapie auf.

Therapiebedingte Nebenwirkungen traten lediglich in den 1. beiden Zyklen unter der Immunchemo­therapie häufiger auf, danach überwogen die chemotherapiebedingten Toxizitäten. 61 Patienten im Verumarm brachen aufgrund von Nebenwirkungen die Behandlung mit allen 3 Komponenten (Nivolumab, Ipilimumab, Chemotherapie) vorzeitig ab; sie schnitten erstaunlicherweise besser ab als die Nichtabbrecher in diesem Arm mit einer 1-Jahres-Überlebensrate von 72 % (gegenüber 63 % bei den Nicht-Abbrechern) und einer 2-Jahres-Rate von 54 % (gegenüber 38 %). 56 % der Responder unter den Abbrechern waren mehr als 1 Jahr nach Beendigung der Therapie noch in Remission.

Diese Ergebnisse, so Reck, bestätigen eindeutig die hohe Wirksamkeit der Kombination aus Nivolumab, Ipilimumab und einer kurzen, initialen Chemotherapie beim fortgeschrittenen NSCLC – und zwar ohne Einschränkungen, was etwa die PD-L1-Expression angeht. © jfg/aerzteblatt.de

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