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Inoperables NSCLC Stadium III: Konzept der konsolidierenden Immuntherapie bestätigt

Dienstag, 28. September 2021

/Axel Kock, stock.adobe.com

Lugano – Die Therapie des inoperablen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) im Stadium III hat in den letzten Jahren deutliche Fortschritte gemacht: Zur Konsolidierung nach einer Radiochemo­therapie, die bislang schon den Standard darstellte, wurde der PD-L1-Immuncheckpointinhibitor Durvalumab zugelassen, der in der PACIFIC-Studie die mediane Gesamtüberlebensdauer von Patienten mit einer PD-L1-Expression in mindestens 1 % der Zellen in etwa verdoppeln konnte [De Wit M et al. Strahlenther Onkol 197, 1–246 (2021), Abstract #High-02-1 (DEGRO 2021)].

Es war zu erwarten, dass weitere Immuntherapien für diese Indikation entwickelt werden würden, und beim virtuellen ESMO-Kongress stelle Y.-L. Wu, Guangzhou, nun die Ergebnisse der chinesischen Phase-III-Studie GEMSTONE vor, in der der PD-L1-Antikörper Sugemalimab in der gleichen Situation getestet wurde (GEMSTONE-Studie 2021; DOI: 10.1016/j.annonc.2021.08.2122).

Sugemalimab ist ein humaner monoklonaler IgG4-Antikörper, der wie Durvalumab den Immuncheck­point-Liganden PD-L1 blockiert und damit zur Aktivierung PD-1-tragender T-Lymphozyten im Tumor beiträgt. Eingeschlossen wurden in die GEMSTONE-Studie 381 Patienten mit nicht resektablem NSCLC im Stadium III, die nach einer Radiochemotherapie nicht progredient waren.

Empfohlen wird in dieser Situation die gleichzeitige Durchführung von Radio- und Chemotherapie, aber weil rund die Hälfte der Patienten das nicht toleriert, waren hier auch Patienten zugelassen, bei denen Bestrahlung und Chemotherapie sequenziell erfolgt waren – in der Studie war das 1/3 aller Patienten. Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert, alle 3 Wochen 1.200 mg Sugemalimab oder ein Placebo zu erhalten.

Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben, dessen Medianwert in der vorab geplanten Interimsanalyse nach median 14 Monaten, die Wu beim Kongress vorstellte, im Verumarm bei 9,0 Monaten lag, im Kontrollarm bei 5,8 Monaten. Das entsprach einer Reduktion des Risikos für Progression oder Tod um 36 % (Hazard Ratio 0,64; 95 %-Konfidenzintervall 0,48–0,85; p = 0,0026). Nach 12 Monaten waren im Sugemalimab-Arm noch 45 %, im Kontrollarm 26 % der Patienten progressionsfrei am Leben, nach 18 Monaten waren es 39 % versus 23 %.

Die Patienten waren hinsichtlich ECOG-Performancestatus (0 vs. 1), Art der Radiochemotherapie (gleich­zeitig oder sequenziell) sowie Strahlendosis (< 60 Gy vs. ≥ 60 Gy) stratifiziert worden. Der Nutzen der Konsolidierung mit Sugemalimab war insbesondere unabhängig von der Art der Strahlenchemotherapie: Bei sequenzieller Durchführung waren die medianen progressionsfreien Überlebenszeiten mit 8,1 versus 4,1 Monaten (HR 0,59) zwar insgesamt kürzer als bei gleichzeitiger Durchführung, wo sie 10,5 versus 6,4 Monate betrugen (HR 0,66), aber der relative Vorteil lag in der gleichen Größenordnung.

Die Daten zum Gesamtüberleben sind noch unreif, aber auch hier ist bereits ein deutlicher Trend zugun­sten der Konsolidierungstherapie zu erkennen mit 12-Monats-Überlebensraten von 89 % versus 76 % und 18-Monats-Raten von 82 % versus 60 % (HR 0,44; 95 %-KI 0,27–0,73). Die zusätzliche Immun­therapie war gut verträglich: Bei der Häufigkeit behandlungsbedingter Nebenwirkungen vom Grad 3 oder höher war kein Unterschied zwischen Verumgruppe (24,3 %) und Kontrollarm (23,8 %) zu erkennen.

Diese vorläufigen Ergebnisse der GEMSTONE-Studie bestätigen mit einem ganz ähnlichen Ansatz, was bereits die PACIFIC-Studie gezeigt hat: Die konsolidierende Immuntherapie mit einem Inhibitor der PD-1/PD-L1-Checkpoint-Achse verbessert die potenziell kurative Wirkung der Radiochemotherapie beim NSCLC im inoperablen Stadium III – unabhängig davon, ob diese gleichzeitig oder sequenziell erfolgt ist. © jfg/aerzteblatt.de

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