MedizinPneumologieStudien PneumologieSARS-CoV-2: Wann eine Erkrankung bei Kindern schwer verläuft
Studien
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

SARS-CoV-2: Wann eine Erkrankung bei Kindern schwer verläuft

Mittwoch, 12. Januar 2022

/visivasnc, stock.adobe.com

Calgary – Die meisten Kinder erkranken nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 wenn überhaupt nur leicht an COVID-19. Schwere Verläufe und auch Todesfälle sind jedoch möglich. Zu den Risikofaktoren für einen schweren Verlauf gehörten in einer internationalen Kohortenstudie in JAMA Network Open (2022; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.42322) ein höheres Alter, chronische Vorerkrankungen und eine frühere Pneumonieepisode – nicht aber eine Asthmaerkrankung.

Wie häufig eine Infektion mit SARS-CoV-2 bei Kindern zu einer schweren COVID-19 führt, ist nicht genau bekannt. In einer internationalen Analyse von Abrechnungsdaten (deutsche Beteiligung: IQVIA) in Pediatrics (2021; DOI: 10.1542/peds.2020-042929) lag die Hospitalisierungsrate zwischen 0,3 % und 1,3 %. Todesfälle wurden nur sporadisch gefunden.

In der „Global PERN-COVID“-Studie waren Hospitalisierungen häufiger, weil die Untersuchung auf Kinder beschränkt war, die wegen einer akuten Erkrankung an einer von 41 Notfallambulanzen aus 10 Ländern (ohne deutsche Beteiligung) vorgestellt wurden. Bei 685 von 3.222 Kindern entschieden sich die Ärzte für eine sofortige stationäre Behandlung, 50 weitere Kinder wurden später hospitalisiert, nachdem die Ärzte sie zunächst in die ambulante Behandlung entlassen hatten. Die Hospitalisierungsrate insgesamt lag bei etwa 23 %.

Insgesamt 107 der hospitalisierten Kindern hatten einen schweren Verlauf: Bei 73 Kindern kam es zu schweren Atemwegssymptomen, die häufig eine Atemunterstützung notwendig machten. Bei den ande­ren 34 Kindern musste der Kreislauf mit positiven inotropen Medikamenten unterstützt werden. Dies dürfte in der Regel durch ein multisystemisches Entzündungssyndrom verursacht worden sein. Diese postinfektiöse Komplikation wurde bei insgesamt 50 Patienten diagnostiziert. Dabei kommt es zu einer Vaskulitis, die eine akute Pumpschwäche des Herzens auslösen kann. In der Gesamtgruppe gab es insge­samt 4 Todesfälle.

Die Kinder mit einem schweren Verlauf waren häufig älter. Das Team um Stephen Freedman von der Cumming School of Medicine in Calgary ermittelt für die Altersgruppe von 5 bis 10 Jahren eine Odds Ratio von 1,60 (95-%-Konfidenzintervall 1,09 bis 2,34). Bei den über 10-Jährigen stieg die Odds Ratio auf 2,39 (1,38-4,14).

Zu den Risikofaktoren gehörten chronische Vorerkrankungen (Odds Ratio 2,34: 1,59-3,44), frühere Pneumonieepisoden (Odds Ratio 3,15; 1,83-5,42) und eine Verschlechterung zwischen dem 4. und 7. Tag nach der Vorstellung in der Notfallambulanz (Odds Ratio 2,22; 1,29-3,82).

Interessanterweise gehörten Asthmaerkrankungen der Kinder nicht zu den Risikofaktoren für einen schweren Verlauf. Die Odds Ratio von 0,65 deutet sogar auf einen milderen Verlauf hin. Das 95-%-Konfidenzintervall von 0,38 bis 1,08 war jedoch nicht signifikant. © rme/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS

Stellenangebote

    NEWSLETTER