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Auch sehr alte Patienten profitieren noch von einer pneumologischen Rehabilitation

Mittwoch, 18. Mai 2022

/Elizaveta, stock.adobe.com

Leipzig – Eine Studie aus der Schweiz zeigt, dass Patienten mit pneumologischen Erkrankungen auch im hohen Alter über 80 Jahren noch einen Nutzen aus einer pneumologischen Rehabilitation ziehen.

Die Autoren um Sofia-Theresia Schulze von der Züricher Rehazentren Klinik Wald berichteten beim 62. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in Leipzig, dass sich alle betrachteten Patientengruppen unabhängig vom Alter verbessern konnten.

„Die Teilnahme an einer pneumologischen Rehabilitation hat sich bei Patienten mit unterschiedlichen pneumologischen Krankheitsbildern bezüglich der Entwicklung von Dyspnoe, Fatigue, Ausdauerkapazität und Lebensqualität als vorteilhaft gezeigt“, so die Forschungsgruppe. „Weniger gut untersucht war aber, inwieweit dies auch für Patienten im Alter von über 80 Jahren gilt.“

In der retrospektiven Studie wurden Patienten mit unterschiedlichen pneumologischen Krankheitsbildern untersucht, die zwischen 2013 und 2019 eine pneumologischen Rehabilitation absolvierten.

Bewertung von Alltagsfunktion, Gehstrecke und Gesundheitszustand

Als Parameter für das Outcome diente zum einen der Functional Independence Measure (FIM), der die motorische und kognitive Unabhängigkeit von Patienten bei der Durchführung von Alltagsfunktionen bewertet. Darüber hinaus wurde die zurückgelegte Strecke bei einem 6-Minuten-Gehtest ermittelt.

Außerdem machten die Patienten vor und nach der Rehabilitation Angaben auf dem Feeling Thermometer, einer Art visuellen Analogskala. Sie dient dazu, herausfinden, wie Patienten ihren Gesundheitszustand bewerten.

Die bei Ein- und Austritt aus der Rehabilitation ermittelten Parameter wurden miteinander verglichen und in Bezug zum Alter, zur Aufenthaltsdauer und zum Geschlecht gesetzt.

Verbesserung bei allen Parametern

Die Analyse umfasst insgesamt die Daten von 1.713 Männern und 1.443 Frauen, die für die Auswertung in die Altersgruppen ≤ 60 Jahre, 61-70 Jahre, 71- 80 Jahre, 81- 85 Jahre und > 85 Jahre eingeteilt wurden.

Bei den Rehabilitationsteilnehmern im Alter von bis zu 60 Jahren kam es zu einem prozentualen Anstieg beim FIM um 6,11 %. Bei den 61-70-Jährigen waren es 5,93 %, bei den 71-80-Jährigen 4,12 %, bei den 81-85-Jährigen 5,25 %. Bei den Über-85-Jährigen betrug der prozentuale FIM-Anstieg 8,96 %.

Auch beim 6-Minuten Gehtests verbesserten sich alle Patienten, durchschnittlich um 74,21 % (≤ 60 Jahre), 72,17 % (61-70 Jahre), 93,57 % (71-80 Jahre), 105,18 % (81-85 Jahre) und 97,99 % (>85 Jahre).

Nutzen der Rehabilitation erwies sich als altersunabhängig
Auf dem Feeling Thermometer gaben die Rehabilitationsteilnehmer ≤ 60 Jahre eine Verbesserung um 52,68 % an. Bei den Patienten von 61-70 Jahren war es eine Verbesserung von 44,33 % und bei den Patienten von 71-80 Jahren eine Verbesserung um 36,62 %.

Bei den Rehabilitationsteilnehmern von 81- 85 Jahren verbesserte sich der Gesundheitszustand um 27,87 % und bei denjenigen > 85 Jahren um 20,64 %.

„Alle betrachteten Patientengruppen konnten sich im 6-Minuten-Gehtest unabhängig von der Altersgruppe verbessern“, berichtete die Forschungsgruppe. „Auch die prozentuale Verbesserung beim FIM und beim Feeling Thermometer erwies sich als altersunabhängig.“ © nec/aerzteblatt.de

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