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KHK und Lungenfunktions­parameter wichtige Prädiktoren bei COPD

Mittwoch, 18. Mai 2022

/SciePro, stock.adobe.com

München – Kardiale Erkrankungen haben einen hohen prädiktiven Stellenwert in Bezug auf Mortalität, wohingegen Exazerbationsrisiken wesentlich durch die jährliche Abnahme von FEV 1 und TLCO bei Patienten mit stabiler COPD voraus­gesagt werden.

Der Krankheitsverlauf bei chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) wird durch Komorbidität und weitere funktionelle Parameter des Patienten beeinflusst. Es wird jedoch vermutet, dass der prädiktive Stellenwert je nach Art der Begleiter­krankung variiert.

Daher stellen Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg (2022; DOI: 10.1055/s-0042-1747692) anlässlich des 62. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) vor, welchen prädiktiven Stellenwert Komorbidität mit Fokus auf kardiale Begleiterkrankungen auf Mortalität und Exazerbationsrisiken bei COPD-Patienten hat.

Für diese Analyse wurden Registerdaten aus der deutschen COSYCONET-Kohorte („German COPD and Systemic Consequences – Comorbidities Network“) mit insgesamt 1.817 stabilen COPD-Patienten herangezogen, die von der Einschlussvisite bis zum 4. Follow-up-Termin nachbeobachtet wurden.

Die Prädiktoren umfassten Komorbiditäten einschließlich kardialer Erkrankungen, die Lungenfunktion, COPD-Symptome und Exazerbationen zum Einschlusszeitpunkt, Aktivitätsmarker und die kardiovaskuläre Medikation. Die Wechselwirkungen zwischen Prädiktoren von Mortalität und erhöhtem Exazerbationsrisiko wurden mittels multivariater Cox-Regressionen berechnet.

Prädiktoren für eine erhöhte Mortalität waren das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung (KHK), welche nicht durch einen vorangegangenen Infarkt definiert war, eine arterielle Hypertonie und die jährliche Abnahme der TLCO (Diffusionskapazität der Lunge). Die jährliche Abnahme des FEV 1 (forcierte exspiratorische Volumen) war jedoch kein Prädiktor für eine erhöhte Mortalität, betonen die Studienautoren.

Risikofaktoren für vermehrte Exazerbationen waren die jährliche Abnahme von FEV 1 und TLCO, nicht aber kardiovaskuläre Komorbiditäten. Der stärkste Prädiktor zukünftiger Exazerbationen waren Exazerbationen in der Vorgeschichte.

Körperliche Aktivität, gemessen mit dem International Physical Activity Questionnaire (IPAQ), sowie FEV 1- und TLCO-Status zum Studieneinschluss waren relevante Prädiktoren sowohl für Mortalität und vermehrte Exazerbationen.

Die KHK im Sinne einer chronischen Erkrankung, welche nicht durch einen vorangegangenen Myokardinfarkt definiert war, erwies sich in dieser Untersuchung als stärkster Prädiktor für eine erhöhte Mortalität. Im Zusammenhang mit vermehrten Exazerbationen standen vornehmlich Parameter zur Messung der Lungenfunktion (die jährlichen Abnahme von FEV 1 und TLCO), so das Fazit der Studienautoren. © cw/aerzteblatt.de

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