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Ärzteschaft

Neue S3-Leitlinie zu Hämorrhoidalleiden

Donnerstag, 4. Juli 2019

/Sagittaria, stock.adobe.com

Freiburg/Mannheim/Düsseldorf – Eine neue S3-Leitlinie „Hämorrhoidalleiden“ haben Experten verschiedener Fachgesellschaft unter Federführung der Deutschen Ge­sellschaft für Koloproktologie (DGK) erstellt.

„Das Hämorrhoidalleiden ist eine der häufigsten Erkrankungen in den Industrienatio­nen“, heißt es in der Leitlinie. Die Inzidenz von Patienten, die sich deshalb in ärztliche Behandlung begäben, werde mit circa vier Prozent angegeben. Auf Deutschland bezogen sei somit jährlich mit circa 3,3 Millionen Behandlungsfällen zu rechnen.

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Den Autoren der Leitlinie zufolge werden „annähernd 70 Prozent aller Erwachsenen im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal von symptomatischen Hämorrhoiden be­troffen sein“.

Die Leitlinie will eine Reihe von Fragen beantworten: „Welche Diagnostik ist notwen­dig, welche verzichtbar?“, „Welche konservativen Therapiemöglichkeiten sind empfeh­lenswert?“, „Welche operativen Verfahren erreichen die optimalsten Ergebnisse?“, „Welche Narkoseverfahren sind vorteilhaft?“, „Welche postoperativen Maßnahmen und welche Art der Wundbehandlung ist sinnvoll“ oder „Welche Komplikations­mög­lichkeiten können auftreten, wie können sie therapiert werden?“

Niedriggradige Hämorrhoiden sind laut der Leitlinie meistens konservativ therapiebar, neben einer Basistherapie kommen Sklerosierung oder Gummibandligatur in Betracht. Höhergradige Hämorrhoiden bedürfen in der Regel einer operativen Intervention. „Hier­für stehen heute diverse Verfahren zur Verfügung, die sich an der Ausprägung und Lokalisation der prolabierenden Hämorrhoidalpolster orientieren sollten“, so die Autoren.

An der Leitlinie haben Experten von neun Fachgesellschaften mitgearbeitet. Koordina­tor war Andreas Joos vom Deutschen End- und Dickdarm-Zentrum Mannheim. „Pa­tientenvertreter waren nicht in die Leitlinienerstellung eingebunden, da keine Patien­ten-Interessenvertretung oder Selbsthilfegruppe betreffend Hämorrhoidalleiden be­kannt ist“, berichten die Autoren. Die Leitlinie hat eine Laufzeit bis März 2024.

© hil/aerzteblatt.de

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