MedizinUrologieAktuelles Urologie
Aktuelles
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Neue S3-Leitlinie zum Peniskarzinom zur Kommentierung im Netz

Dienstag, 21. April 2020

/jomkwan7, stock.adobe.com

Düsseldorf – Die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hat eine neue S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Peniskarzinoms erstellt. Die Leitlinie bildet den aktuellen wissenschaftlichen Stand der medizinischen Versorgung von Patienten mit die­ser eher seltenen Tumorerkrankung ab. Sie informiert über diagnostische und therapeu­tische Behandlungsmöglichkeiten, Aufklärung und Beratung sowie die psychoonkologi­sche Betreuung.

Im Mittelpunkt stehen dabei inhaltliche Handlungsempfehlungen zu Diagnostik und Sta­diendiagnose sowie zur Therapie des Primärtumors, des Managements von regio­nären Lymphknoten und des Managements von metastasierten Stadien. Zudem wird die Nach­sorge unter Aspekten wie Lebensqualität, Sexualität, Palliativpflege und Rehabili­tation detailliert thematisiert.

Anzeige

Darüber hinaus enthält das onkologische Behandlungsgesamtkonzept psychoonkolo­gi­sche Maßnahmen. Diese reichen vom bedarfsorientierten Zugang zu adäquaten Informa­tio­nen und aufklärenden Gesprächen bis hin zu einem Screening auf psychosoziale Be­lastungen im gesamten Verlauf der Erkrankung.

Mit der Leitlinie zum Peniskarzinom bringt die DGU erneut eine onkologische Leitlinie höchster Klassifikation an den Start. „Nachdem die DGU bereits S3-Leitlinien zu den häu­figsten urologischen Tumoren, dem Prostatakarzinom, dem Nierenzellkarzinom, dem Harn­blasenkarzinom und den Keimzelltumoren der Hoden, publiziert hat, war es der Fachgesellschaft ein wichtiges Anliegen, nun auch die Versorgung dieser eher seltenen Tumorentität auf höchstem Niveau zu fördern“, betonte DGU-Generalsekretär Stephan Maurice Michel.

Das Robert-Koch-Institut hatte zuletzt 2014 eine Zahl von 950 Neuerkrankungen an Pe­niskarzinomen in Deutschland erfasst. Mit höherem Lebensalter steigt das Risiko für die­se Krebserkrankung. 2014 verstarben hierzulande 197 Männer an einem Penis­karzinom.

„Ziel dieser Leitlinie ist die Verbesserung und zentren-übergreifende Vereinheitlichung der Patientenversorgung“, sagte DGU-Leitlinien-Koordinator Oliver Hakenberg. Denn ge­rade bei einer seltenen Tumorentität wie dem Peniskarzinom müsse die Behandlungs­ex­pertise in allen Bereichen gestärkt und aus der spärlichen Datenlage Empfehlungen für die klinische Praxis abgeleitet werden.

Die neue S3-Leitlinie zum Peniskarzinom wurde durch die Deutsche Krebshilfe finanziert und basiert auf aktuellen evidenzbasierten wissenschaftlichen Informationen sowie kli­nischer Expertise und soll eine Unter-, Über- und Fehlversorgung vermeiden. Insgesamt waren 22 medizinische Fachgesellschaften und Organisationen an ihrer Erstellung be­teiligt. © hil/sb/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
NEWSLETTER