MedizinUrologieAktuelles Urologie
Aktuelles
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Bei erektiler Dysfunktion auch das metabolische Syndrom berücksichtigen

Freitag, 25. September 2020

Sexualitaet erektile Dysfunktion AdobeStock.com dmitrimaruta

Leipzig – Bei der Abklärung eines Hypogonadismus steht oft die sexuelle Dysfunktion im Vordergrund, stellt jedoch nur einen Baustein dar. „Wir sollten auch an Übergewicht, Typ-II-Diabetes und das metabolische Syndrom denken“, betonte Herbert Sperling, Chefarzt der Klinik für Urologie der Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach, heute beim Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie in Leipzig.

„Wir leben in einer Zeit zunehmender Fettleibigkeit und metabolischen Syndroms“, so der Urologe. Studien zeigten die enge Verknüpfung zwischen dem Testosteronspiegel, dem viszeralen Fettgewebe und der Insulinresistenz.

Anzeige

Bereits 2006 zeigte eine Metaanalyse, dass Männer mit Typ-2-Diabetes einen niedrigeren Testosteronspiegel aufweisen beziehungsweise häufiger einen Testosteronmangel haben als gesunde gematchte Kontrollen.

Weiterhin habe sich gezeigt, dass der Testosteronwert in seiner Abnahme mit einer Zunahme der Komponenten des metabolischen Syndroms korreliere, ergänzte Sperling. Und Männer mit moderater oder schwerer erektiler Dysfunktion (ED) hätten häufiger ein metabolisches Syndrom als Männer mit leichter oder keiner ED.

„Patienten aus ihrer Komfortzone holen“

Für die urologische Praxis bedeutet dies: „Wir müssen die Patienten aus ihrer Komfortzone holen“, sagte Sperling. Mithilfe eines veränderten Lebensstils – sprich mehr Sport und gesündere Ernährung , aber auch einer Testosteronsubstitution und/oder einer Behandlung mit PDE5-Inhibitoren sei es möglich, die pathogenetischen Pfade zu durchbrechen.

Im vergangenen Jahr zeigte eine kleine Studie deutscher Urologen, unter Beteiligung von Bayer, dass Testosteron sogar in der Lage ist, bei hypogonadalen Männern das Fortschreiten eines Prädiabetes aufzuhalten. Ob Testosteron allerdings auch zur Prävention dienen könnte, „das traue ich mich noch nicht zu sagen“, so Sperling. Klar ist für den Urologen jedoch, dass „Testosteron und Typ-II-Diabetes sehr eng beieinander sind und in unsere Hände gehören“. © nec/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #760232
penangexpag
am Sonntag, 27. September 2020, 14:05

Zusammenfassung

Zusammen mit der beobachteten Abnahme der Spermienqualität (in Europa) kann man in summa von einer gesellschaftlich-wirtschaftlich bedingten Entmannung sprechen und es scheint geraten, bereits in den Schulen auf diesen Problemkomplex hinzuweisen. Vielleicht brächte das sogar einen Präventionsschub hinsichtlich mancher anderen Noxen.
LNS

Stellenangebote

    NEWSLETTER