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Benigne Prostatahyperplasie: Neue Lasertherapie lindert Symptome

Freitag, 2. Oktober 2020

/CLIPAREA.com, stock.adobe.com

Bari/Italien – Die Behandlungsmöglichkeiten der benignen Prostatahyperplasie werden durch eine weitere minimal-invasive Variante erweitert. Eine transperineale interstitielle Laserablation hat in einer Studie in European Urology (2020; DOI: 110.1016/j.eururo.2020.08.018) erreicht, dass fasst alle Patienten auf die Einnahme von Medikamenten verzichten konnten.

Die benigne Prostatahyperplasie, unter der mit zunehmendem Alter 20 % bis 40 % aller Männer leiden, wird in der Regel zunächst medikamentös behandelt. Erst wenn alpha-Blocker und 5alpha-Reduktasehemmer die Symptome nicht lindern und es häufiger zu Komplikationen mit Harnverhalt oder Infektionen gekommen ist, wird zu einer operativen Therapie zur Verkleinerung der Prostata geraten.

Neben dem Standardeingriff, der transurethralen Resektion der Prostata (TUR-P), sind in den vergangenen Jahren weitere minimal-Verfahren eingeführt worden. Meist wird ver­sucht, die Drüse zu entfernen (Enukleation oder auch Vaporisation).

Eine Alternative besteht in einer Ablation. Dabei wird durch Sonden das Innere der Drüse erwärmt. Es kommt zu einer Nekrose mit anschließender Schrumpfung des Organs, was einen verbesserten Harnfluss zur Folge hat. Die Ablation wird derzeit mit Mikrowellen oder Ultraschall durchgeführt.

Bei einer neuen Methode, der transperinealen Laserabla­tion (TPLA), wird das Gewebe durch Laserstrahlen verödet. Für die Behandlung werden bis zu 4 „Laserfasern“ in der Prostata positioniert.

Durch die Energie kommt es um die Laserfaserspitze herum zu einer koagulativen Nekro­se. Die Zerstörung des Gewebes kann auf die Übergangszone beschränkt werden, was zu einer schonenderen Behandlung führen könnte. Die Behandlung wird unter Lokalanäs­the­sie durchgeführt. Es ist auch ambulant möglich.

Ein Team um Gaetano de Rienzo von der Universität Bari hat die Behandlung an 21 Pa­tienten im Alter von median 62 Jahren und einem mittleren Prostatavolumen von 43,5 ml erprobt. Die Behandlung dauerte nur 36 Minuten, und laut der Publikation ist es in kei­nem Fall zu intraoperativen Komplikationen gekommen. Die Harnwegskatheter wurden nach 8,7 Stunden gezogen. Alle Patienten wurden nach 24 Stunden entlassen.

Die einzige postoperative Komplikation war ein Prostataabszess innerhalb der ersten 30 Tage, der laut de Rienzo erfolgreich mit perkutaner Drainage und Antibiotikatherapie be­handelt wurde. Von den 16 Patienten, die vor der Behandlung medikamentös behandelt wurden, konnten bis auf einen alle ihre Medikamente innerhalb eines Monats absetzen.

Nach einem Monat war die maximale Harnflussrate Qmax um 3,4 ml/s gestiegen. Der Symptom-Score IPSS „International Prostate Symptom Score“) verbesserte sich um 5,6 Punkte. Nach 6 Monaten betrug der Anstieg des Qmax 4,7 ml/s und die IPSS-Verbesse­rung 13,1 Punkte.

Bei allen Männern blieb laut de Rienzo die Fähigkeit zur antegraden Ejakulation erhalten. Im Fragebogen MSHQ-EjD-SF (Male Sexual Health Questionnaire) kam es zu einem signi­fi­kanten Anstieg.

Die TPLA ist nach Einschätzung von de Rienzo ein einfaches, praktikables Verfahren, mit dem sich symptomatische und urodynamische Verbesserungen erzielen lassen. Die ver­ringerte Invasivität, die ambulante Behandlung und die Vermeidung von Ejakulationsstö­rungen könnten zu den Vorteilen gehören.

Es fehlen allerdings noch Langzeiterfahrungen. Die Aussagekraft der Studie ist auch eine fehlende Vergleichsgruppe eingeschränkt. Die TPLA ist derzeit ein experimentelles Verfahren. © rme/aerzteblatt.de

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