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Ärzteschaft

Krankenkassen sollen Hygienezuschlag von 98 Millionen Euro zahlen

Donnerstag, 24. Juni 2021

/Valerii Honcharuk, stock.adobe.com

Berlin – Der Erweiterte Bewertungsausschuss (EBA) hat die Zusatzkosten für den durch die Coronapande­mie bedingten erhöhten Hygieneaufwand auf 98 Millionen Euro beziffert. Die Entscheidung von Mitte Juni bestätigte heute die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV). Die Krankenkassen sollen diese Summe zu­sätzlich zu der bereits vereinbarten morbiditätsbedingten Gesamtvergütung bereitstellen.

Die KBV zeigte sich auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes wenig zufrieden mit dem Ergebnis des EBA. Dieser sei lediglich ein „erster Schritt in die richtige Rich­tung, auch wenn das Finanzvolumen hinter unse­rer Forde­rung zurückbleibt“, sagte der KBV-Vorstands­vorsitzende Andreas Gassen.

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Die KBV fordert seit Jahren eine kostendeckende Finanzierung der Hygienemaßnahmen in Arztpraxen.

Hintergrund ist, dass durch eine Vielzahl neuer Gesetze, Vorschriften und Richtlinien die Anforderungen und damit auch die Ausgaben und Zeitaufwände für Hygiene enorm gestiegen sind. Nach einer Erhe­bung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mussten die Praxen im Jahr 2018 durch­schnitt­lich 24.287 Euro für Hygienekosten aufwenden.

Der Berufsverband der Deutschen Urologen (BvDU) hat die Entscheidung des EBA heute scharf kritisiert. „Für uns ist der Beschluss inakzeptabel, dies ist nur ein kleiner Tropfen auf einen sehr heißen Stein“, sagte der BvDU-Präsident Axel Schroeder.

Die Entscheidung decke die enorm gestiegenen Hygienekosten nicht einmal annähernd. In der Urologie hat die Unterdeckung allein bei der Medizinproduktaufbereitung der En­dos­­kope laut Verband im Jahr 2018 bereits bei rund 100 Millionen Euro gelegen. Seither seien die Anfor­derungen und Kosten stark gestiegen.

Der BvDU kündigte an, dass die niedergelassenen Urologen bestimmte Leistungen – zum Beispiel Bla­sen­spiegelungen – unter diesen Bedingungen nicht mehr im bisherigen Umfang erbringen könnten. © hil/aerzteblatt.de

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