MedizinUrologieAktuelles Urologie
Aktuelles
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Patienten mit wiederkehrender Blasenentzündung könnten von Cranberry-Präparaten profitieren

Donnerstag, 10. März 2022

/rdnzl, swtock.adobe.com

Köln – Der präventiven Einsatz von Cranberry-Präparaten kann möglicherweise für Frauen mit wieder­kehrenden Blasenentzündungen Vorteile haben. Der Nutzen in der Akuttherapie ist aber mangels Daten unklar. Zu diesem Ergebnis kommt ein Wissenschaftlerteam im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Das Institut hatte eine Recherche zu der Frage, ob pflanzliche Mittel bei wiederkehrender Blasenent­zün­dung helfen, im Rahmen des sogenannten Themenchecks Medizin an das Wissenschaftlerteam vergeben. Die Fragestellungen des Themenchecks gehen auf Vorschläge von Bürgern zurück.

Blasenentzündungen kommen bei Frauen häufiger vor als bei Männern. Man schätzt, dass etwa zehn von 100 Frauen mindestens eine Blasenentzündung pro Jahr haben. Typische Symptome sind Schmerzen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang. Die Infektion kann sich ausbreiten und auf die Harnleiter sowie die Nieren übergreifen.

Die Forscher konnten 15 Studien zum Thema einschließen. Die meisten untersuchten Präparate, die Cran­berry-Extrakt enthalten. Diese Studien weisen laut der Arbeitsgruppe darauf hin, dass Cranberry-Präparate wirksam sein könnten.

In diesen Studien wurden Cranberry-Präparate mit einem Placebo verglichen. Sie zeigten: Frauen, die ein Cranberry-Präparat einnahmen, erkrankten etwas seltener an einer unkomplizierten Blasenentzündung. Studien zur Behandlung bei einer akuten Blasenentzündung fanden die Forscher aber nicht.

Die Studien lieferten zudem nur wenige Daten zu Nebenwirkungen. Einzelne Teilnehmerinnen berich­te­ten laut dem Bericht der Arbeitsgruppe von Magen-Darm-Problemen. „Die meisten Frauen haben die Präparate aber offenbar gut vertragen und es traten keine schweren Nebenwirkungen auf“, berichten die Wissenschaftler.

In Hinblick auf die Vermeidung von Rezidiven gibt es laut der Recherche neben den Cranberry-Präpa­ra­ten für ein Präparat aus Bärentraubenblättern und Löwenzahn einen Anhaltspunkt für einen Nutzen im Vergleich zu Placebo.

Außerdem sehen die Wissenschaftler für ein Präparat aus Liebstöckelwurzel, Rosmarinblättern und Tau­sendgüldenkraut in der Kombination mit Antibiotika Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen im Vergleich zu der alleinigen Behandlung mit Antibiotika. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS

Stellenangebote

    NEWSLETTER